• PROGRAMM
  • AKTUELL
  • MEDIATHEK
  • MUSIK
  • SERVICE
  • BERLIN
  • KONTAKT

Anmelden

  • Berlin

  • Deutschland/Welt

  • Sport

  • Polizei Aktuell

  • Rückrufaktionen

  • Jochens Hertha-Tipp

  • BER Aktuell

  • Berlinale

  • Jahresrückblick 2011

  • FIFA Frauen-WM 2011

  • Startseite
  • Aktuell
  • Berlin
  • Berliner S-Bahn

BERLIN

 

05.07.2009

05.07.2009 | Berlin (dpa)

Einschränkungen bei S-Bahn dauern an

Die Berliner müssen sich auch in den nächsten Tagen auf Einschränkungen im S-Bahnverkehr einstellen. Die S-Bahn will mit den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) über eine Abstimmung der Fahrpläne sprechen, um die Situation zu verbessern, sagte ein Sprecher am Sonntag. In den kommenden Tagen will sich das Unternehmen zum weiteren Vorgehen äußern. Am Wochenende mussten Berliner und Touristen erneut volle S-Bahnen und Bahnsteige sowie Verspätungen
hinnehmen. Die «Berliner Morgenpost» (Samstag) schrieb, dass die Komplikationen Experten zufolge bis August anhalten könnten. Verkehrssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) drohte mit vorzeitiger Vertragskündigung und neuer Ausschreibung.

Seit Montag vergangener Woche dürfen auf Anordnung des Eisenbahn-Bundesamtes (EBA) rund 380 Wagen der S-Bahn nicht mehr eingesetzt werden. Deren Räder waren nicht wie vom EBA gefordert einmal wöchentlich überprüft worden. Die Folgen sind Zugausfälle, verkürzte und überfüllte Züge sowie längere Taktzeiten. Nach Angaben der Bahn vom Freitag könnten die Probleme mit der häufigen Wartung nicht auf die Schnelle gelöst werden. Das Chaos hatte dazu geführt, dass am Donnerstag alle vier S-Bahn-Geschäftsführer gefeuert wurden.

Junge-Reyer sagte der «B.Z. am Sonntag»: «Nach den Erfahrungen, die wir bis jetzt gemacht haben, sind wir wohl gut beraten, die Leistungen der S-Bahn auszuschreiben, ehe der Vertrag ab 2017 neu vergeben wird. Wer den Zuschlag dann erhält, werden wir dann sehen.» Sie kündigte zudem an: «Wenn dies alles nicht reicht, müssen wir sehen, ob wir durch eine vorzeitige Vertragskündigung mehr Sicherheit erreichen können.» Bei den Gesprächen mit den Vorständen des Mutterkonzerns Bahn am vergangenen Donnerstag habe sie auf die vollständige Erfüllung des S-Bahnvertrages gepocht.

Am Wochenende kam es auch wegen «nicht verschiebbarer» Bauarbeiten in Adlershof und Lichtenberg auf mehreren Strecken zu Behinderungen, wie der S-Bahn-Sprecher sagte. Die Linien S1, S2, S3, S25 und S75 seien nur im 25-Minuten-Takt gefahren, die S45 ausgefallen. Einem Bericht der «Berliner Morgenpost» (Sonntag) zufolge reagierten verärgerte Fahrgäste mit Pöbeleien, Schimpftiraden und sogar Handgreiflichkeiten gegen S-Bahn-Mitarbeiter.

Das Nachrichtenmagazin «Focus» berichtet unter Berufung auf interne Informationen des «Konzernstrategen» der Deutschen Bahn, Alexander Hedderich, dass die Sicherheitsprobleme bei der S-Bahn womöglich auch ein Ergebnis des Kostendrucks der Konzernmutter seien. «So waren im Rahmen eines Sparprogrammes die Werkstattstunden für S-Bahnen der Baureihe 481 um 30 Prozent verringert und die Wartungsintervalle verlängert worden.»

www.s-bahn-berlin.de/bauinformationen/betriebslage.htm

Hintergrund: 1,3 Millionen Fahrgäste nutzen werktags die S-Bahn

 

Die rot-gelben Züge der Berliner S-Bahn gehören seit Jahrzehnten zu den Wahrzeichen der Hauptstadt. Für Hunderttausende sind sie Tag für Tag das wichtigste Verkehrsmittel. Durchschnittlich 1,3 Millionen Fahrgäste sind nach Bahnangaben werktags auf den 15 Linien unterwegs. Das Streckennetz ist 332 Kilometer lang und zählt 166 Bahnhöfe, darunter Stationen in Potsdam, Hennigsdorf, Oranienburg, Erkner, Königs Wusterhausen und anderen Städten im Berliner Umland.

Die 100-prozentige Tochter der Deutschen Bahn beschäftigt derzeit knapp 2900 Mitarbeiter, darunter 868 Triebfahrzeugführer (Stand: 31.12.2008). Der Fahrzeugpark besteht aus 632 Viertelzügen mit
jeweils zwei Waggons. Rund 500 dieser Viertelzüge gehören zur modernsten Baureihe 481 des Herstellers Bombardier, deren Räder nach einem Radscheibenbruch im Mai jetzt in kurzen Intervallen untersucht werden sollen. Diese Baureihe wurde seit Mitte der 1990er Jahre mit einem Investitionsaufwand von 1,2 Milliarden Euro angeschafft.

Berlin ist noch bis Ende 2017 mit einem Verkehrsvertrag an die S-Bahn Berlin GmbH gebunden. Der Vertrag sichert dem Unternehmen einen jährlichen Zuschuss von 225 Millionen Euro aus der Landeskasse. Allerdings kann das Land bei schlechter Leistungsqualität der S-Bahn, bei erheblichen Verspätungen etwa, maximal fünf Prozent der Vertragssumme einbehalten. Für ausgefallene Zugfahrten gibt es nach Angaben des Berliner Senats ohnehin kein Geld.

Kommentare

Mediathek
  • Impressum
  • AGB
  • Werbung
  • Newsletter
  • Kontakt
  • Linktipps
  • Datenschutz
  • Sitemap