BERLIN

07.07.2009 | Berlin (dpa)
Kein Ende der Zugausfälle bei S-Bahn Berlin
Bei der Berliner S-Bahn ist weiterhin nicht in Sicht, wann sich der Zugverkehr wieder normalisiert. Die neue Geschäftsleitung mit ihrem Chef Peter Buchner will nach einer Bestandsaufnahme aber noch in dieser Woche ein erstes Maßnahmenpaket präsentieren, wie die Zugausfälle, Verspätungen und verlängerten Taktzeiten nach und nach in den Griff zu bekommen sind. Das bestätigte ein Bahnsprecher am Dienstag.
Spitzenvertreter von S-Bahn und Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) loteten am Montagabend gemeinsam aus, inwieweit die landeseigene BVG der Bahntocher Hilfestellung leisten kann. Thema war unter anderem, ob Personal aus den BVG-Werkstätten bei den S-Bahnkollegen aushelfen kann. Beschlüsse gab es nach Auskunft eines Bahnsprechers nicht.

Das bei der Deutschen Bahn für den Personenverkehr zuständige Vorstandsmitglied Ulrich Homburg hatte in der vergangenen Woche angekündigt, dass die Probleme in Zusammenarbeit mit dem Eisenbahn-Bundesamt (EBA) und der Konzernrevision gründlich untersucht würden. Zudem hatte Homburg den Fahrgästen einen Ausgleich für die Unannehmlichkeiten in Aussicht gestellt. Die S-Bahn ist eine 100-prozentige Tochter der Deutschen Bahn.
Die S-Bahn kann seit einer Woche keinen normalen Zugverkehr mehr bieten, weil das EBA etwa 380 Wagen wegen versäumter Sicherheitskontrollen an den Rädern aus dem Verkehr gezogen hat. Die Überprüfungen werden jetzt in Werkstätten nachgeholt. Solange fehlen die Wagen dem Bahnbetrieb. Am 1. Mai war in Berlin-Kaulsdorf ein S-Bahn-Zug der modernsten Baureihe 481 des Herstellers Bombardier Transportation nach dem Radbruch entgleist. Die S-Bahn hatte sich deshalb gegenüber dem EBA verpflichtet, die Räder dieser Wagen wöchentlich zu kontrollieren, dies aber in vielen Fällen nicht getan.

Nach dem normalen Fahrplan fuhr am Dienstag nur die Ringbahn S 41/42. Auf den Linien S 1, S 2, S 25, S 3, S 5, S 7 und S 75 galt auf Teilabschnitten wieder ein Zwanzig-Minuten-Takt. Die S 8 bediente nicht den Streckenabschnitt zwischen Schöneweide und Zeuthen, die S 47 nicht den Abschnitt zwischen Baumschulenweg und Hermannstraße. Die S 46 fuhr zwischen Königs Wusterhausen und Südkreuz, die S 9 zwischen Flughafen Schönefeld und Charlottenburg. Die S-Bahn-Linien S 45 und S 85 fielen erneut komplett aus.
Die CDU forderte den Senat indes auf, einen Notplan vorzulegen, wie die zu erwartenden Besucherströme zur Leichtathletik-WM im August und zu anderen Großveranstaltungen bewältigt werden können. Der parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Uwe Goetze, verlangte zudem von Verkehrssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD), sich eindeutig zu Absichten zu bekennen, den Verkehrsvertrag mit der S-Bahn zu kündigen. Damit Transparenz in das Verfahren einziehe, müsse der Senat dem Abgeordnetenhaus eine ungeschwärzte Fassung des Verkehrsvertrages vorlegen.




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