BERLIN
19.07.2009

19.07.2009 | Berlin (dpa)
«Spiegel»: Pharaonin-Büste womöglich gefälscht
Bei der Büste der Pharaonin Hatschepsut im Bestand des Ägyptischen Museums in Berlin soll es sich möglicherweise um eine Fälschung handeln. Das hätte ein Gutachten der Technischen Universität Berlin gezeigt, berichtet das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel». Der kürzlich aus dem Amt geschiedene Museumsdirektor Dieter Wildung zeigte sich «überrascht» über den Bericht. Der Deutschen Presse-Agentur dpa sagte er am Sonntag, er habe nichts von Untersuchungen gewusst.
Laut Spiegel hat eine Materialanalyse gezeigt, dass die Büste aus einem «Magnesit-Siderit-reichen Gestein» hergestellt wurde. Von keiner anderen Büste aus der Nil-Region sei dieses Material bekannt. Offiziell ist der 16,5 Zentimeter große Kopf von Hatschepsut aus bräunlichem Granit gefertigt. Wenn sich der Verdacht der Fälschung bestätigt, wäre es laut Magazin eines der teuersten Falsifikate, die je von dem Museum gekauft wurden. 1986 soll das Haus die Büste für eine Million Mark erworben haben. Verkäufer war demnach der Engländer Robin Symes.
Dieter Wildung sagte, er sei nicht über Materialanalysen an der Büste informiert. Zum Preis wollte er keine Angaben machen. «Der Kauf war lange vor meiner Zeit», sagte Wildung, der das Ägyptische Museum seit 1989 leitete und vor zwei Wochen aus dem Amt schied. Zudem äußerte er sein Unverständnis darüber, dass der «Spiegel» «klammheimlich» und «ohne Absprache mit der betroffenen Einrichtung» derartige Berichte veröffentliche.




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