BERLIN
03.02.2009

03.02.2009
Sprengstoff in Berlin gefunden - Herkunft unklar
In einem Haus im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg sind am Montag bei Sanierungsarbeiten 15 selbst gebaute Sprengsätze mit Zünder gefunden worden. Ob sie tatsächlich detonierfähig seien, werde noch geprüft, sagte eine Polizeisprecherin. Es handele sich um Dosen mit Kabeln, die mit Klebeband umwickelt seien. Nach ersten Erkenntnissen dürfte es sich um selbstgebaute Feuerwerkskörper handeln, hieß es am Montagnachmittag. Die Polizei nahm den Fund in einer seit Jahren leer stehenden Kindertagesstätte im Erdgeschoss eines mehrstöckigen Hauses sehr ernst. Etwa 20 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen. Angrenzende Straßen wurden abgesperrt. Der für politische Straftaten zuständige Staatsschutz hat Ermittlungen wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz übernommen.
Wer die verdächtigen Gegenstände in der Seelower Straße 17 deponiert hatte, blieb zunächst unklar. Es werde in alle Richtungen ermittelt, sagte die Polizeisprecherin. Die Rohrbomben stammten nicht aus dem Weltkrieg. Es sei aber keine Aussage möglich, wie alt sie seien. Ein Zusammenhang mit den immer wieder brennenden Autos im Prenzlauer Berg sei derzeit nicht erkennbar, sagte die Sprecherin kurz nach dem Fund. Zu weiteren Mutmaßungen, ob es sich um Material einer terroristischen Vereinigung handeln könne oder um Restbestände des Bombenlegers Peter John, der die 12-jährige Charlyn Ende des vergangenen Jahres mit einer Briefkastenbombe schwer verletzt hatte, konnte die Polizei nichts sagen. "Dafür ist es einfach noch zu früh", sagte die Sprecherin.
Aus Sicherheitsgründen mussten am Mittag die Mieter das Haus und das dazugehörige Hinterhaus verlassen, sie konnten später aber in ihre Wohnungen zurückkehren. Der mutmaßliche Sprengstoff war von Bauarbeitern bei Sanierungsarbeiten in einer Zwischendecke zum ersten Obergeschoss des Vorderhauses gefunden worden. Die Räume wurden bis vor zehn Jahren als Kindertagesstätte genutzt und standen seitdem leer. Ob es zu den Räumen einen ungehinderten Zugang gab, werde noch ermittelt.




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