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BERLIN

 

24.08.2009

24.08.2009 | Potsdam (dpa)

Schönbohm will Rockervereine bundesweit verbieten

Im Kampf gegen Rockerkriminalität setzt sich Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) für ein bundesweites Verbot von Rockerbanden wie «Hells Angels» oder «Bandidos» ein. Er sei sich mit seinem Berliner Amtskollegen über ein gemeinsames Vorgehen einig. «Wenn wir die Chance haben, gemeinsam Erfolg zu haben, werden wir das tun», sagte Schönbohm am Montag in Potsdam. Das dortige Innenministerium hatte am Morgen erstmals einen Rockerverein auf Landesebene verboten.

Die «Chicanos MC Barnim» aus Eberswalde seien eine Untergruppe der gewaltbereiten «Bandidos», sagte Schönbohm. Auf das Konto der 14 Vereinsmitglieder gehen nach Angaben des Ministeriums zahlreiche Straftaten wie gefährliche Körperverletzung, Drogen- und illegaler Waffenbesitz, Nötigung und Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz. «Mit dem heutigen Verbot wird ein Signal gesetzt, dass wir dem kriminellen Rockerwesen mit allen rechtsstaatlichen Mitteln entgegentreten und das Entstehen krimineller Vereinigungen nicht dulden», sagte Schönbohm.

Bei einer Untersuchung von rund 20 Wohnungen sind neben mehr als 10 000 Euro Bargeld und Ampullen mit möglicherweise verbotenen Substanzen laut Ministerium auch Waffen - Samuraischwerter, Pistolen, Wurfsterne und Schlagringe - sichergestellt worden.

Am 17. Juli hatte die Polizei unter dem Auto des «Chicanos»-Chefs in Eberswalde eine scharfe Bombe gefunden, die jedoch nicht detonierte. Hintergrund ist laut Landeskriminalamt (LKA) der Kampf um Vormacht der rivalisierenden «Bandidos» und «Hells Angels». Die Auseinandersetzungen hätten sich in den vergangenen Monaten deutlich verschärft.

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