BERLIN
10.09.2009

10.09.2009 | Oviedo (dpa)
Berlin erhält «spanischen Nobelpreis»
Große Ehre für Berlin: Die deutsche Hauptstadt ist mit dem angesehenen Prinz-von-Asturien-Preis für Völkerverständigung ausgezeichnet worden. Hintergrund ist der 20. Jahrestag des Mauerfalls im November. Die Jury im nordspanischen Oviedo würdigte Berlin in ihrer Begründung am Donnerstag als Symbol der Freiheit und der europäischen Einigung. Berlin setzte sich bei der Preisvergabe gegen 43 weitere Kandidaten aus 26 Ländern durch. Der Prinz-von-Asturien-Preis gilt als spanisches Pendant zum Nobelpreis. Er wird seit 1981 jährlich von der gleichnamigen Stiftung in acht Sparten vergeben und ist mit je 50 000 Euro dotiert.

«Nach dem Mauerfall ist es Millionen Menschen in Deutschland gelungen, die Wunden der Teilung zu überwinden und eine offene, gastfreundliche und kreative Gesellschaft zu bilden», hieß es in der Begründung. «Berlin ist im Herzen Deutschlands und Europas ein Knotenpunkt der Völkerverständigung und trägt zum friedlichen Miteinander, zur Gerechtigkeit, zum Frieden und zur Freiheit in der Welt bei.» Die Auszeichnung wird Ende Oktober in Oviedo vom spanischen Thronfolger Felipe überreicht. Zuvor waren in der Sparte Völkerverständigung etwa die israelische Gedenkstätte Jad Vaschem oder das Kinderhilfswerk UNICEF geehrt worden.
Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sprach von einer «außerordentlichen Ehre» für die Hauptstadt. «Mit dem Preis findet einmal mehr die internationale Anerkennung für die friedliche Revolution von 1989 Ausdruck, mit der sich die Welt so positiv verändert hat», teilte er mit.
Stichwort: Der Prinz-von-Asturien-Preis
Der Prinz-von-Asturien-Preis gilt als angesehenste Auszeichnung in Spanien. Er ist nach dem Titel des spanischen Kronprinzen, Prinz von Asturien, benannt und wird seit 1981 jährlich in Oviedo überreicht, der Hauptstadt des Fürstentums Asturien. Die «spanische Version des Nobelpreises» wird in acht Sparten vergeben und ist mit jeweils 50 000 Euro dotiert. Jurys einer eigens für den Preis gegründeten Stiftung ehren damit Persönlichkeiten, Gruppen oder Institutionen, die sich in Technik, Wissenschaft und Kultur sowie auf sozialem und humanitärem Gebiet besondere Verdienste erworben haben.
In der Sparte Völkerverständigung wird ausgezeichnet, wer in «herausragender Weise zum Verständnis und friedlichen Zusammenleben der Menschen, zum Kampf gegen Ungerechtigkeit, Armut, Krankheit, Unkenntnis oder zur Verteidigung der Freiheit» beigetragen hat. Im vorigen Jahr ging der Preis an die franko-kolumbianische Politikerin Ingrid Betancourt, die kurz zuvor aus der Geiselhaft kolumbianischer
Rebellen befreit worden war.
www.fundacionprincipedeasturias.org




Kommentare