BERLIN

25.09.2009 | Schönefeld (dpa)
Abschiedsnotiz nach Familiendrama entdeckt
Bei dem Familiendrama von Schönefeld mit vier Toten verdichten sich die Hinweise auf einen Selbstmord. Nachdem am Donnerstagmorgen in einem ausgebrannten Auto die Leichen von einer Frau und ihrer drei Kinder entdeckt worden waren, fanden die Ermittler in der Wohnung der Berliner Familie nun eine Art Abschiedsbrief. Allem Anschein nach stammen die Notizen von der 48-jährigen Mutter, wie der Potsdamer Staatsanwalt Tom Köpping am Freitag der Deutschen Presse-Agentur dpa sagte. In dem zerstörten Wagen waren bereits die Reste eines Benzinkanisters gefunden worden.
Zudem hatte der Vater der Familie aus dem Bezirk Treptow-Köpenick angegeben, dass ihm seine Frau Abschiedsworte auf dem Anrufbeantworter hinterlassen habe. Die 48-Jährige soll nach unbestätigten Angaben wegen Depressionen in ärztlicher Behandlung gewesen sein. Nach Auskunft einer Expertin für Suizidforschung gehören Depressionen zu den typischen Auslösern für sogenannte erweiterte Selbstmorde.

Eine Obduktion der Leichen der Frau und ihrer Kinder im Alter zwischen sechs und elf Jahren soll die näheren Umstände des Geschehens klären. «Die Ergebnisse werden für Montag erwartet», sagte Köpping. Dazu gehört auch eine toxikologische Untersuchung. Diese könnte Aufschluss darüber geben, ob die Frau ihre Kinder betäubt hatte, bevor sie das Auto anzündete. Die Untersuchung des Wracks wird laut Polizei noch einige Tage in Anspruch nehmen.
Zeugen hatten am Donnerstag gegen 2.30 Uhr das brennende Fahrzeug in einer einsamen Seitenstraße in der Nähe des Flughafens Schönefeld entdeckt und die Feuerwehr alarmiert. Doch jede Hilfe kam zu spät. Der Familienvater war nach eigenem Bekunden am frühen Morgen aufgewacht und hatte dann bemerkt, dass seine Frau und die Kinder verschwunden waren. Gegen 4.30 Uhr alarmierte er die Polizei.




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