BERLIN

10.10.2009 | Berlin (dpa)
Rund 750 Neonazis demonstrieren in Berlin
Aus Protest gegen einen Anschlag auf eine Kneipe der rechten Szene sind am Samstag in Berlin rund 750 Neonazis in Berlin zu einer Demonstration zusammengekommen. Unter massivem Polizeiaufgebot marschierten die Rechten vom Alexanderplatz bis zum S-Bahnhof Landsberger Allee. Dabei kam es zu Scharmützeln zwischen Demonstranten, Gegendemonstranten und der Polizei. 26 Menschen seien festgenommen worden, davon größtenteils Linksautonome, wie ein Polizeisprecher sagte. Etwas abseits des Protestzugs sei auch ein Auto angezündet worden, zudem wurden vereinzelt Flaschen geworfen. Insgesamt waren 1000 Polizisten im Einsatz.
Hintergrund des Neonazi-Aufmarsches war ein Brandanschlag auf ein in der rechtsextremen Szene beliebtes Lokal am Sonntag vergangener Woche in Schöneweide. Zunächst war eine politisch motivierte Tat vermutet worden. Die Polizei geht inzwischen aber von einem persönlichen Racheakt aus, nachdem am Freitag der Staatsschutz sieben Männer festgenommen hatte. Keiner der Verdächtigen habe aus politischer Motivation gehandelt, hieß es. Die Männer seien Ende September bei einer Prügelei in dem Lokal verletzt worden.
Zu den neuen Ermittlungsergebnissen sagte der innenpolitische Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Benedikt Lux, der Fahndungserfolg beweise, dass bei der Bewertung solcher Anschläge Vorsicht geboten sei. «Wer schnell und falsch einen politischen Hintergrund vermutet, wie die CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus das tat, der gießt unnötig Öl in das Feuer.»




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