BERLIN

11.10.2009 | Berlin (dpa)
Weg frei für neue S-Bahnstrecke zum Hauptbahnhof
Die Finanzierung einer seit Jahren geplanten S-Bahnverbindung zwischen Ringbahn und Hauptbahnhof ist gesichert. Der Berliner Senat hat dafür mit der Deutschen Bahn AG einen Vertrag unterzeichnet, wie eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung am Sonntag sagte. Sie bestätigte damit einen Bericht der «Berliner Morgenpost». Das Projekt, das den Hauptbahnhof zunächst mit dem S-Bahn-Nordring verbinden wird, soll 226,5 Millionen kosten. 60 Prozent der Investitionssumme übernehme der Bund, Berlin trage den Rest. Als Baubeginn ist Januar 2010 vorgesehen. 2014 soll die Strecke fertig sein.
Durch die neue Strecke könnten S-Bahn-Reisende den Hauptbahnhof von Norden aus direkt erreichen. Dafür soll die S-Bahn über eine Westkurve vom Bahnhof Westhafen sowie eine Ostkurve vom Bahnhof Wedding zum Hauptbahnhof geleitet werden. Zur Zeit müssen die Fahrgäste an der Friedrichstraße auf die Stadtbahn umsteigen. Die S1 von Oranienburg nach Potsdam soll dann künftig nicht mehr über Friedrichstraße fahren sondern über den Hauptbahnhof.
Nach dem Bau der 1,6 Kilometer langen Nord-Strecke soll nach Angaben der Zeitung von 2018 auch der Potsdamer Platz über die S-Bahn an den Hauptbahnhof angebunden werden. Dafür müssen die Spree und der Reichstag untertunnelt werden. Die Kosten dieses Projekts seien noch unklar.
Die neue S-Bahn-Verbindung steht in der Kritik. Für den Berliner Fahrgastverband ist das Projekt zu teuer. Die Grünen-Verkehrsexpertin Claudia Hämmerling hält die Strecke für überflüssig und plädiert dafür, Züge im viergleisigen Fernbahntunnel zwischen Gesundbrunnen und Südkreuz fahren zu lassen. Durch eine Verlängerung dieser Strecke «könnte auch das Problem einer schnelleren Schienenverbindung zum Großflughafen BBI gelöst werden», sagte Hämmerling der «Berliner Morgenpost».




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