BERLIN
29.12.2009 | Berlin (dpa)
Bahn verspricht 2010 normalen S-Bahn-Fahrplan
Die Berliner S-Bahn soll nach Angaben ihres Mutterkonzerns Deutsche Bahn im neuen Jahr zum normalen Fahrplan zurückkehren. «Auf der Grundlage aller uns bekannten technischen und betrieblichen Restriktionen gehen wir davon aus, den Fahrgästen im Jahr 2010 auf allen Linien wieder einen normalen Fahrplan zu bieten», sagte Bahn-Personenverkehrsvorstand Ulrich Homburg am Dienstag. Er räumte ein, dass es auf einzelnen Linien «zunächst noch verkürzte Züge» geben könne. Berlins Verkehrssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) hatte unter Berufung auf die Bahn gesagt, dass es «erst in drei oder sogar vier Jahren» wieder einen vollen S-Bahn-Betrieb in der Hauptstadt geben werde.
Bis Ende Januar will die Bahn näher darüber informieren, wie der Weg zum Normalfahrplan aussehen soll.
29.12.2009 | Berlin (dpa)
Berlin: S-Bahn fährt erst in Jahren wieder normal

Nach monatelangen Technikproblemen bei der Berliner S-Bahn müssen Fahrgäste noch jahrelang mit Einschränkungen rechnen. «Inzwischen gibt die Bahn selbst zu, erst in drei oder sogar vier Jahren wieder vollen Betrieb zu fahren», sagte Verkehrssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) der Zeitung «B.Z.». Daher habe sie das Unternehmen aufgefordert, ein Angebot für weitere Entschädigungen der Kunden zu machen. Die vereinbarten Zahlungen von rund 232 Millionen Euro für dieses Jahr dürften wegen des monatelangen Ausfalls großer Teile der Wagenflotte um etwa 50 Millionen Euro gekürzt werden.
Der Berliner Fahrgastverband IGEB sprach von einer «Kapitulation» nach einem «rabenschwarzen Jahr» für Nahverkehrsreisende. Er forderte, dass der Senat die Zahlungen, die er aus dem bis 2017 laufenden Vertrag mit der S-Bahn einbehalte, tatsächlich in Strecken, Bahnhöfe und Fahrzeuge vor allem bei U-Bahn und Straßenbahn investieren solle.
Die technischen Probleme bei Berlins S-Bahn waren Ende Juni eskaliert. Das Eisenbahnbundesamt ließ viele Züge aus dem Verkehr nehmen, da Prüfungen an Achsen und Rädern versäumt worden waren.
29.12.2009 | Berlin (dpa)
IGEB kritisiert Bahn und Finanzsenator
Der Berliner Fahrgastverband IGEB hat die Deutsche Bahn und Berlins Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos) kritisiert. Deutsche Bahn und S-Bahn Berlin verabschiedeten sich mit einer Kapitulation («normaler Verkehr nicht vor 2013»), einem überfallartig reduzierten Angebot und unbegreiflich schlechter Fahrgastinformation aus einem für die Berliner Fahrgäste «rabenschwarzen Jahr», erklärte der IGEB am Dienstag in Berlin.
Der Berliner Senat zähle zwar zu den schärfsten Kritikern dieser Missstände, aber er verhalte sich nicht besser. Denn die wegen nicht erbrachter S-Bahn-Leistungen einbehaltenen Zahlungen des Landes von rund 37 Millionen Euro sollen plötzlich nicht mehr für Verbesserungen im Nahverkehr, sondern zur Schuldentilgung bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) eingesetzt werden. So wolle es jedenfalls der Finanzsenator.
Der Fahrgastverband fordere dagegen, alle bisher und künftig einbehaltenen Gelder vollständig in Strecken, Bahnhöfe und Fahrzeuge vor allem bei U-Bahn und Straßenbahn zu investieren.




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