BERLIN

04.01.2009 | Berlin (dpa)
Nach Überfall auf Polizist fahndet LKA nach Täter
Nach dem versuchten Raubmord an einem Berliner Polizisten fehlen noch konkrete Spuren zu dem Täter. Die Polizei sucht nach einem etwa 25 Jahre alten Mann südländischer Herkunft, der bei dem Angriff in der Nacht zu Sonntag eine auffällige Lappland- Mütze trug. Der niedergestochene und schwer verletzte Polizist, der privat und in Zivilkleidung unterwegs war, schwebt nicht mehr in Lebensgefahr. Der 47-Jährige konnte von den Ermittlern am Montag auf der Intensivstation befragt werden und beschrieb den Angreifer. Bisher hätten sich noch keine Zeugen für den Überfall in Reinickendorf gemeldet, sagte ein Polizeisprecher am Montag.
Die Ermittler vom Landeskriminalamt (LKA) gehen davon aus, dass der Mann nicht wusste, dass es sich bei seinem Opfer um einen Polizisten handelte. Es gebe auch keine Hinweise darauf, dass die Beiden sich kennen würden, sagte ein Sprecher.

Der Polizist hob laut Mitteilung kurz vor dem Überfall um 4.20 Uhr «einen kleineren Geldbetrag» bei einer Bank ab. 300 Meter weiter wurde er auf der anderen Straßenseite vor einer zweiten Bank überfallen. Der Täter bedrohte ihn mit einem Messer und verlangte das Geld. Als der Polizist das verweigerte, kam es «zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung». Dabei schlug der Polizist dem Angreifer ins Gesicht, so dass dieser verletzt sein könnte. Der Täter stach dreimal mit einem Messer zu, ein Stich traf das Herz des Opfers. Anschließend floh der Angreifer ohne Beute.
Der lebensgefährlich verletzte Polizist konnte noch über den Notruf Hilfe holen. Mit einer mehrstündigen Operation retteten die Ärzte sein Leben. Die Polizei sucht weiter Zeugen für den Überfall. Außerdem wurden Videoaufnahmen von der ersten Bank ausgewertet. Der Überfallene ist Kommissar und arbeitet als Fahrlehrer an einer Polizeischule.
Die Polizei empfiehlt unter der Überschrift «Bewaffneter Raubüberfall» im Internet, keinen Widerstand zu leisten: «Sollten Sie in die unwahrscheinliche Lage geraten, in einen bewaffneten Raubüberfall verwickelt zu sein, ist das einzig Richtige, den Forderungen des/der Täter/s nachzugeben. Ihr Leben ist wichtiger als alle Wertsachen. Waffen bedeuten immer eine absolute Gefahr für Ihr Leben!»
Empfehlungen der Berliner Polizei bei Gewalttaten:
www.berlin.de/polizei/praevention/gewalt/index.html




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