BERLIN

05.01.2010 | Berlin/Potsdam (dpa)
Berliner CDU fordert Krisenstab für S-Bahn
Angesichts der massiven Probleme bei der Berliner S-Bahn fordert die CDU die Gründung eines Krisenstabs. Daran beteiligen sollte der Senat die Deutsche Bahn, den Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB), die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), das Bundesverkehrsministerium, das Potsdamer Infrastrukturministerium und den Zughersteller, sagte der CDU-Verkehrsexperte im Abgeordnetenhaus, Oliver Friederici, am Dienstag. Die öffentliche Personenbeförderung in der deutschen Hauptstadt dürfe nicht dem Zufall überlassen werden. Zudem solle der Senat aus einbehaltenen Vertragszahlungen an die S-Bahn Geld für eine Entschädigung der Fahrgäste bereitstellen. Auch die SPD-Landtagsfraktion in Brandenburg forderte einen Ausgleich.

SPD-Fraktionschef Dietmar Woidke sprach von einem «unhaltbaren Zustand» und kündigte an, dass das Land Brandenburg nicht für fehlende Leistungen der S-Bahn bezahlen werde. Zur Entschädigung könnten die Preise für Fahrscheine reduziert oder Besitzern von Monats- und Jahreskarten Freimonate gewährt werden. Derzeit führen statt sechs nur drei S-Bahnen pro Stunde nach Potsdam, berichtete Woidke. Sie hätten überdies nur sechs statt - wie früher - acht Wagen. Das Land ist ihm zufolge mit zehn Prozent am S-Bahn-Vertrag beteiligt, der bis 2017 gilt. Seit Mitte 2008 hat Brandenburg wegen der Pannen nach Fraktionsangaben zwei Millionen Euro zurückgehalten.
Am Dienstag gab es nach Angaben der S-Bahn weiterhin zusätzliche Einschränkungen unter anderem auf der Nord-Süd-Linie S1. Sie konnte nur zwischen Zehlendorf und Potsdamer Platz alle zehn Minuten fahren. Die S 46 rollte nach wie vor nur zwischen Königs Wusterhausen und Tempelhof, die S 9 nur zwischen Flughafen Schönefeld und Treptower Park. Die S 45 und die S 85 fahren seit Sommer nicht mehr. Allerdings fahren nun zusätzliche Regionalbahnen von Potsdam und Spandau in die Berliner Innenstadt.
Seit 30. Juni gibt es aufgrund zusätzlicher Sicherheitsprüfungen an Rädern und Bremsen immer wieder Notfahrpläne. Wann der S-Bahn-Verkehr in der Hauptstadt wieder völlig normal sein wird, ist nicht absehbar.




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