BERLIN

08.01.2010 | Berlin (ddp)
BVG-Chef spricht sich für Übernahme der S-Bahn aus
Der Vorstandsvorsitzende der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), Andreas Sturmowski, hat sich für eine Übernahme der S-Bahn durch die BVG ausgesprochen. «Ich fände es richtig, wenn das Land Berlin das Nahverkehrssystem komplett unter seiner Kontrolle hätte», sagte Sturmowski der Berliner Tageszeitung «B.Z.» (Samstagausgabe). Die S-Bahn solle eine Tochter der BVG-Holding werden, dabei aber weitgehend ihre Eigenständigkeit behalten.

Am Donnerstag hatte Verkehrssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) gesagt, das Monopol der Deutschen Bahn im S-Bahn-Verkehr der Hauptstadt müsse gebrochen werden. Als eine mögliche Option nannte sie den Erwerb der S-Bahn durch das Land Berlin. Die Deutsche Bahn schloss einen Verkauf allerdings aus.
Alternativ plant der Senat derzeit eine mögliche Teilausschreibung des Streckennetzes. Nach Ablauf des S-Bahn-Vertrags 2017 könnten diese somit durch einen anderen Betreiber bewirtschaftet werden. Denkbar ist der Senatorin zufolge auch, dass die BVG das Teilnetz übernimmt.
Die Bahngewerkschaft Transnet warnte unterdessen vor einer Teilausschreibung des Berliner S-Bahn-Netzes. Dies berge die Gefahr, «dass ein im Prinzip funktionierendes Nahverkehrssystem zerrissen und zerschlagen wird», sagte Transnet-Vorstandsmitglied Reiner Bieck. Nur die Ausschreibung der S-Bahn als Ganzes sei sinnvoll. Es müsse weiterhin «eine S-Bahn aus einer Hand in Berlin geben».




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