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BERLIN

 

Daisy
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12.01.2010 |  Berlin (dpa/bb)

Glätte und Eis lassen Berliner weitgehend kalt

Die Berliner reagieren inzwischen weitgehend gelassen auf die winterlichen Straßenverhältnisse in der Hauptstadt. In der Nacht zu Dienstag und am frühen Morgen habe es so gut wie keine wetterbedingten Unfälle gegeben, sagte eine Polizeisprecherin. Auch seien die Hauptstraßen mittlerweile vom Schnee weitgehend geräumt. Nur auf den Nebenstraßen könne es noch glatt werden. Viele ließen ihre Autos stehen und benutzten den öffentlichen Nahverkehr, da sie nicht aus den eingeschneiten Parklücken herauskamen.

Damit kommen die Berliner mit den Schneemassen wesentlich besser zurecht als die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern. Dort waren am Wochenende unter anderem drei Züge im Schnee stecken geblieben. Der Technische Hilfsdienst (THW) konnte erst am Dienstag eine DB- Regionalbahn bei Ducherow (Ostvorpommern) frei schaufeln.

Gut genutzt wurden am Montag und Dienstag die U-Bahnen in der Hauptstadt, während Reisende in den S-Bahnen durchaus noch Platz fanden. Die Tochter der Deutschen Bahn AG kann wegen Wartungsmängeln seit Monaten nur einen eingeschränkten Betrieb anbieten. Wie der «Tagesspiegel» (Dienstag) berichtet, gingen die Einnahmen der S-Bahn nach Angaben des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg im vergangenen Jahr bereits um rund 20 Prozent zurück.

Auch in den kommenden Tagen wird es in der Region Berlin und Brandenburg winterlich kalt bleiben.
Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte, gelangt am Dienstag am Rande eines Hochs über Skandinavien kalte und relativ feuchte Luft nach Deutschland. In der Region liegen die Temperaturen bei minus vier Grad. Weiterhin bestehe durch den Schneefall der vergangenen Tage Glättegefahr auf den Straßen.

12.01.2010 | Hamburg (dpa)

Glätte behindert weiter Verkehr auf Autobahnen

 

Glätte und Schnee haben in der Nacht zum Dienstag auf zahlreichen deutschen Autobahnen zu Unfällen geführt und den Verkehr behindert.

Die A 7 bei Neumünster in Schleswig-Holstein und die A 2 nahe Lehrte (Region Hannover) sowie die A 19 in Mecklenburg-Vorpommern waren stundenlang gesperrt. Auf der A 1 bei Stapelfeld nahe Hamburg kamen kurz hintereinander ein Auto und ein Lastwagen ins Schleudern. Ein Mann starb bei einem Glätteunfall auf der Bundesstraße 1 in Nordrhein-Westfalen. Auch in Rheinland-Pfalz zählte die Polizei einige Unfälle. Hier blieb es jedoch bei Blechschäden.

Auf der Autobahn 2 in der Region Hannover kam ein Lastwagenfahrer auf der glatten Fahrbahn ins Schleudern, krachte in die Mittelleitplanke und sein Fahrzeug kippte um. Es blockierte alle Fahrstreifen, was ein Autofahrer zu spät bemerkte und mit dem liegenden Lastwagen zusammenstieß. Wegen der Bergungsarbeiten war die A 2 in Richtung Berlin mehrere Stunden lang gesperrt.

Ein 22-jähriger Mann kam auf der eisglatten Bundesstraße 1 im nordrhein-westfälischen Kreis Lippe ums Leben. Die B 1 war nach Polizeiangaben in beiden Richtungen mehrere Stunden lang gesperrt. Das Fahrzeug des jungen Mannes war ins Schleudern geraten, und ein mit 22 Tonnen Spanplatten beladener Sattelzug stieß mit dem Auto zusammen. Der Mann konnte nur noch tot geborgen werden.

Die wegen Glätte gesperrte Autobahn 19 Rostock-Berlin konnte erst am späten Montagabend wieder freigegeben werden. Außerdem hatte ein großer Baum unter der Last des Schnees nachgegeben und war auf die Fahrbahn gestürzt. Auch die Autobahn 20 zwischen Gützkow (Ostvorpommern) und Greifswald war am frühen Dienstagmorgen in Richtung Rostock/Lübeck nach Angaben des Innenministeriums noch nicht befahrbar.

Auf der eisglatten Autobahn 1 bei Stapelfeld in Schleswig-Holstein geriet ein Lastwagen ins Schleudern und brach durch die Leitplanke. Kurz zuvor war nach Angaben der Polizei in Bad Oldesloe an derselben Stelle ein Auto verunglückt. Der 50 Jahre alte Lastwagenfahrer wurde in der Fahrerkabine eingeklemmt und verletzt. 600 Liter Diesel sickerten in die Erde.

Auf der Autobahn 7 verunglückten nach Angaben der Polizei drei Autos. Ein Streifenwagen der Polizei, der die Unfallstelle sicherte, wurde später zusätzlich von einem Lastwagen gerammt. Der 40-Tonner stürzte um, seine Getränkeladung verteilte sich über die Fahrbahn. Verletzt wurde nach Polizeiangaben niemand. Die Bergungsarbeiten zogen sich über Stunden hin.

12.01.2010 | Züssow (dpa)

Entspannung nach dem Schneechaos

Drei Tage nach Sturmtief «Daisy» entspannt sich die Lage auf den Bahnstrecken und Autobahnen in Mecklenburg-Vorpommern weiter. Zwei Regionalzüge, die seit dem Wochenende im Schnee feststeckten, wurden bis Dienstagmorgen freigeschaufelt.

Die Intercity-Strecke Stralsund-Greifswald-Berlin ist der Deutschen Bahn zufolge allerdings weiter gesperrt und wird umgeleitet, auch auf mehreren Regionalverbindungen gibt es nach wie vor Behinderungen.

Die wegen starker Schneefälle gesperrten Autobahnen des Landes sind wieder frei. Die A 20 zwischen Gützkow und Greifswald wurde nach Angaben der Polizei gegen 4.40 Uhr wieder komplett geöffnet. Bis zu vier Meter hohe Schneewehen hatten den Verkehr in Richtung Rostock/Lübeck unmöglich gemacht. Ein Regionalzug der Deutschen Bahn konnte am Dienstagmorgen bei Ducherow in Ostvorpommern aus den Schneemassen befreit werden. 14 Fahrgäste hatten am Sonntag nach Bahnangaben drei Stunden im kalten Zug ausharren müssen.

Rund 50 Helfer des Technischen Hilfswerks schaufelten am Morgen auch einen Zug der Usedomer Bäderbahn bei Züssow (Ostvorpommern) aus dem Schnee, wie Betriebsleiter Michael Mißlitz sagte. Der Zug war am Samstagabend steckengeblieben. Reisende waren nicht im Zug. Ein weiterer Zug der UBB, der sich ebenfalls am Samstagabend mit rund 30 Passagieren bei Miltzow (Nordvorpommern) festgefahren hatte, soll voraussichtlich am Dienstagabend freigeschaufelt werden.

Auf Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt am Main hat sich der Flugverkehr wieder normalisiert. Am Dienstag gab es nach Auskunft der Betreibergesellschaft Fraport weder Ausfälle noch Verspätungen. Alle drei Bahnen seien in Betrieb, sagte ein Sprecher. Am Wochenende waren mehr als 300 Flüge wegen Schneefalls, starken Windes und schlechter Sicht ausgefallen. Auch am Montag waren noch 17 Flüge gestrichen worden, weil andere europäische Flughäfen wie London, Warschau und Madrid Wetterprobleme hatten.

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