BERLIN

19.01.2010 | Berlin (dpa)
Senat beschließt Nachnutzung des Flughafens Tegel
Betriebe von Zukunftsindustrien neben Wiesen, Wäldern und Seen - so sieht die Vision des Senats für den Berliner Flughafen Tegel aus. Der rot-rote Senat gab am Dienstag den Anstoß dazu und beschloss eine Änderung des Flächennutzungsplanes. Damit beginne das öffentliche Planungsverfahren für das, was auf dem ausgedehnten Flughafenareal im Nordwesten Berlins einst entstehen soll, sagte die Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD). Der Tegeler Flughafen soll mit Inbetriebnahme des neuen Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg in Schönefeld stillgelegt werden. Der neue Airport soll Ende Oktober 2011 seinen Betrieb aufnehmen.
Mit 460 Hektar Fläche ist der Flughafen Tegel wesentlich größer als der bereits im Herbst 2008 stillgelegte Flughafen Tempelhof, doch das Gebäude nur halb so groß. In den Verhandlungen mit dem Miteigentümer Bund sieht Junge-Reyer kein Problem. Der Bund, dem rund 60 Prozent der Fläche vor allem zwischen und um die Landebahnen gehören, habe sich bereits sehr konstruktiv an den Planungen beteiligt. Zudem müsse das Land - anders als beim Flughafen Tempelhof - nicht dem Bund Flächen abnehmen. «Wir müssen nicht kaufen», sagte Junge-Reyer.

«Wir planen einen Forschungs- und Industriestandort für Zukunftstechnologien, denn Berlin braucht Arbeitsplätze im Bereich der modernen Umwelttechnologien», betonte die Senatorin. Gewerblich sollen zunächst vor allem das Abfertigungsgebäude und die Flächen drumherum genutzt werden.
Im Norden und Osten sind offene Landschaftsflächen geplant, die an Wälder und die Havel grenzen. «Auch nach der Einschätzung von Experten vertragen sich industrielle Entwicklung mit Landschaft und Natur, einen Gegensatz gibt es da nicht», sagte Junge-Reyer. In der Endstufe der Entwicklung des Areals könnten 40 Prozent Industrie 60 Prozent Natur und Landschaft gegenüberstehen.
Für das Abfertigungsgebäude werde es nicht nur eine einzige Nutzung geben, betonte die SPD-Politikerin. «Auf jeden Fall werden wird dort nicht einen großen Supermarkt ansiedeln», stellte die Senatorin klar. Da die Planungen noch ganz am Anfang seien, gebe es noch keine Interessenten für industrielle Ansiedlungen.




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