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BERLIN

 

19.01.2010 | Berlin  (dpa)

Treffen Wowereit-Grube zu S-Bahn am 28. Januar

14 Tage nach der Einladung ist es soweit: Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und Bahnchef Rüdiger Grube wollen am 28. Januar über Wege aus der monatelangen S-Bahn-Krise sprechen. An dem Spitzentreffen im Roten Rathaus auf Einladung Wowereits sollen auch Verkehrssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) und Bahn-Personenverkehrsvorstand Ulrich Homburg teilnehmen, wie Senatssprecher Richard Meng am Dienstag mitteilte. «Wowereit erwartet von der Deutschen Bahn Klarheit, wann sie die unhaltbaren Zustände bei der S-Bahn beendet», sagte der Sprecher. Dazu müsse die Bahn «verlässliche Aussagen» machen.

Die Brandenburger Grünen forderten inzwischen, dass auch Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) an dem Spitzentreffen teilnehmen sollte. Brandenburg überweise pro Jahr rund 30 Millionen Euro für den S-Bahn-Verkehr an die Bahn, hieß es zur Begründung. Platzeck habe ein eigenes Treffen mit dem Bahn-Chef, sagte Regierungssprecher Thomas Braune auf dpa-Anfrage. Platzeck und Grube werden am 8. Februar über die Probleme im S-Bahnverkehr reden.

Wegen jahrelang versäumter Wartung an Rädern und Achsen kann die Tochter des bundeseigenen Konzerns seit Monaten nur ein Rumpfangebot bieten. Das Eisenbahnbundesamt ordnete verschärfte Kontrollen an, weshalb derzeit nur die Hälfte der Züge im Einsatz sind. Inzwischen sind auch Motoren defekt. Für zusätzliche Ausfälle sorgt der strenge Winter. Die Folge sind überfüllte und verspätete Züge sowie lange Wartezeiten auf den eisigen Bahnsteigen.

Bahn-Vorstand Homburg konnte in der vergangenen Woche nicht sagen, wann die S-Bahn wieder zum Normalfahrplan zurückkehren kann. Frühestens Ende Januar sei eine Vorhersage möglich, sagte Homburg am 11. Januar im Verkehrsausschuss des Abgeordnetenhauses. Derzeit kann die S-Bahn nicht einmal den geltenden Notfahrplan einhalten. Wowereit platzte daraufhin der Kragen. Einen Tag später forderte er auf der Senats-Pressekonferenz von der Bahn verlässliche Aussagen zu Normalbetrieb und Entschädigung der leidgeprüften S-Bahn-Kunden. Wowereit lud Grube zum Chef-Gespräch ein.

 

Zum Vorschlag Grubes, nach dem Hotelgewerbe müsse auch der Deutschen Bahn eine Mehrwertsteuerermäßigung von sieben Prozent auf Fahrscheine eingeräumt werden, sagte Junge-Reyer am Dienstag: «Ich halte eine solche Absenkung der Mehrwertsteuer dann für gut, wenn sie auch tatsächlich den Bahnkunden zugute käme.» Die Senatorin spielte darauf an, dass die meisten Hoteliers ihren Steuervorteil nicht an die Hotelkunden weitergeben.

 

www.s-bahn-berlin.de

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