BERLIN

27.01.2010 | Berlin (dpa)
Wowereit traf Peres: Eintrag ins Goldene Buch
Der israelische Staatspräsident Schimon Peres hat sich am Mittwoch ins Goldene Buch der Stadt Berlin eingetragen. Am zweiten Tag seines dreitägigen Staatsbesuches traf sich der Friedensnobelpreisträger zunächst mit Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) zu einem kurzen Meinungsaustausch im Hotel Adlon.
Angesichts der eisigen Temperaturen verzichteten Wowereit und Peres auf den traditionellen Gang durch das Brandenburger Tor, sondern passierten Berlins Wahrzeichen in der Limousine. Beide fuhren zum Reichstag, wo Peres als erster israelischer Staatspräsident vor dem Bundestag sprach. Anlass war der Holocaust-Gedenktag. Vor genau 65 Jahren hatten sowjetische Soldaten die Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau befreit.
Bilder unten: vom iPhone aufgenommene Fotos vom Peres Besuch in Berlin



27.01.2010 Berlin (dpa)
Peres: Holocaust-Verantwortliche bestrafen
Der israelische Präsident Schimon Peres hat Deutschland und die Welt aufgefordert, die noch lebenden Nazi-Verbrecher vor Gericht zu stellen. «Ich bitte Sie, tun sie alles, um diesen Verbrechern ihre gerechte Strafe zu erteilen.»
«In unseren Augen handelt es sich nicht um Rache. Es geht um Erziehung», sagte der 86-jährige Friedensnobelpreisträger in einer Sondersitzung des Bundestages zum Holocaust-Gedenktag vor Abgeordneten und den Spitzen des Staates. «Die Jugend muss sich erinnern, darf nicht vergessen und muss wissen, was geschehen ist.»

Überall auf der Welt gebe es immer weniger Überlebende des von den Nazis organisierten Mordes an den Juden, sagte Peres. «Ihre Zahl nimmt täglich ab. Und gleichzeitig leben auf deutschem Boden, in Europa und anderswo auf der Welt noch immer Menschen, die damals dieses schrecklichste Ziel verfolgten: den Völkermord.»
Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) sagte: «Wir Deutschen tragen eine Mitverantwortung für den Staat Israel.» Wo sein Existenzrecht und seine Sicherheit bedroht sei, «gibt es für uns Deutsche keine Neutralität». Mit Blick auf den Iran sagte er, ein atomar bewaffneter Staat in Israels Nachbarschaft, «geführt von einem offen antisemitisch organisierten Regime» sei nicht nur für Israel unerträglich. «Die Weltgemeinschaft darf eine solche Bedrohung nicht dulden.»

27.01.2010 - Berlin (dpa/bb)
Gedenkveranstaltungen zum Holocaust in Berlin
Zum Holocaust-Gedenktag wird an diesem Mittwoch in Berlin mit zahlreichen Veranstaltungen an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Im Bundestag redet der israelische Staatspräsident Schimon Peres. Die Großeltern und ein Onkel von Peres gehörten zu den sechs Millionen von den Nazis ermordeten Juden. Mit einem Symposium beleuchtet das Jüdische Museum am Abend die Darstellung des Holocaust in Film, Theater und Kunst. In der Landesvertretung von Nordrhein-Westfalen wird eine Ausstellung des weißrussischen Künstlers und Gedenkstätten-Architekten Leonid Lewin eröffnet.
An das Leid von verfolgten und getöteten Homosexuellen gedenken der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg und die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Sie wollen am Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Homosexuellen in Berlin-Tiergarten Blumen und Kränze niederlegen. Das offizielle Berlin hisst die Fahnen an diesem Tag auf Halbmast.
Mit dem Holocaust-Gedenktag wird seit 1996 in Deutschland jedes Jahr am 27. Januar der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. An diesem Tag im Jahr 1945 befreite die Rote Armee die Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau.




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