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BERLIN

 

03.02.2010 | Berlin/Potsdam (dpa)

Zahlreiche Unfälle auf glatten Autobahnen

Schneeverwehungen und überfrierende Nässe haben am Mittwochmorgen in Brandenburg zu zahlreichen Verkehrsunfällen geführt. In Berlin gab es dagegen nach Auskunft der Polizei keine Zunahme der Unfallzahlen. Das polizeiliche Lagezentrum in Potsdam forderte dagegen die Autofahrer am Morgen auf, Fahrten möglichst zu vermeiden. Vor allem in den Landkreisen Barnim, Märkisch-Oderland, Oder-Spree und Uckermark sind Kreisstraßen und Ortsverbindungsstraßen nicht oder nur sehr schwer passierbar. In Berlin geht allerdings bei weiteren Schneefällen langsam das Streusalz aus. Die Berliner Stadtreinigung würde deshalb Streusalz dann nur noch auf der Stadtautobahn einsetzen. Auf den Hauptstraßen müsste ein Gemisch aus Splitt und einem Salzzusatz die Glätte mildern.

Unfälle in Brandenburg gab es auf den Autobahnen A 2, A 9, A 10, A 13 und A 14. Vor allem die A 9 Berlin-Leipzig zwischen Brück und Niemegk (Potsdam-Mittelmark) war gleich mehrfach betroffen. Nach ersten Angaben gab es aber allenfalls Leichtverletzte. Vermutlich wegen Schneemassen auf dem Dach stürzte in Groß Breesen, einem Ortsteil von Guben (Spree-Neiße), ein leerstehendes Haus ein. Danach musste die B 112 vermutlich bis zum Mittag zwischen Bresinchen und Guben voll gesperrt werden.

Der Bahnverkehr wurde durch Schneeverwehungen ebenfalls behindert. Es gab Verspätungen. Die ODEG Ostdeutsche Eisenbahn GmbH stellte den Verkehr auf der Strecke Berlin-Schöneweide nach Frankfurt (Oder) zwischen Wendisch Rietz und Beeskow ein. Zusätzlich erschwert wurde der Bahnverkehr der ODEG durch einen Warnstreik der Lokführergewerkschaft GDL. Auf mehreren Strecken wurden deshalb Busse statt Bahnen eingesetzt.

Der Flugverkehr von Berlin-Tegel wurde am Mittwoch ebenfalls beeinträchtigt. Dort wurden nach Auskunft eines Flughafensprechers wegen der Witterungsverhältnisse sechs Flüge nach Amsterdam, Frankfurt (Main), London, München, Stuttgart und Zürich vorsorglich gestrichen. Am Dienstagabend waren Flüge teilweise von Berlin-Schönefeld aus gestartet oder nach Dresden und Leipzig umgeleitet
worden.

Schneelast: Dächer drohen in Berlin einzustürzen
Fotos vom Feuerwehreinsatz in der Alboinstraße

03.02.2010 |  Hamburg (dpa)

Winter will nicht weichen - wieder Chaos auf Straßen

Der Winter will nicht weichen. Eis und Schnee stellten die Geduld von Auto- und Bahnfahrern am Mittwoch weiter auf die Probe und einige Dächer hielten den Schneemassen nicht mehr stand. Im Saarland stürzte das Dach eines Einfamilienhauses ein - die beiden Bewohner kamen dort mit dem Schrecken davon. In Nordrhein-Westfalen mussten in der Nacht zum Mittwoch Hallen und das Remscheider Stadttheater vom Schnee befreit werden, weil Einsturzgefahr bestand.

Mindestens zwei Menschen starben auf glatten Straßen, wie die Polizeidirektionen berichteten. In Niedersachsen kam ein 39-Jähriger ums Leben, als er die Kontrolle über sein Auto verlor und in einen Lastwagen rutschte. In Dachau bei München starb eine 70-jährige Frau. Sie war mit ihrem Auto von der Straße abgekommen und gegen einen Baum geprallt. In ganz Bayern waren viele Straßen nach Angaben der Polizei unpassierbar. Die Autobahn 9 bei Bayreuth war stundenlang gesperrt, nachdem ein Lastwagen steckengeblieben war. In Mecklenburg-Vorpommern traf das Wetter vor allem die Pendler. Zahlreiche Züge konnten wegen Schneeverwehungen nicht fahren.

In Remscheid und Solingen räumte die Feuerwehr die Schneemassen von einsturzgefährdeten Hallen. Insgesamt waren dort 250 Feuerwehrleute und Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerkes im Einsatz. Statiker hatten zuvor berechnet, ob die Dächer überhaupt noch betreten werden dürfen. In Wuppertal waren am Dienstag wegen der erwarteten massiven Schnee- und Regenfälle alle 100 Hallen der Stadt gesperrt worden. Ihre Dächer mussten nach Angaben der Feuerwehr nicht geräumt werden.

In dem saarländischen Dorf Bergen stürzte das Dach eines Wohnhauses unter den Schneemassen ein. Die beiden Bewohner kamen mit dem Schrecken davon. Trotz Schnee und Eis kam der Norden der Republik weitgehend glimpflich davon. Und am Morgen konnten sich viele Schulkinder freuen: In mehreren Landkreisen Niedersachsens und in ganz Schleswig-Holstein fiel am Mittwoch der Unterricht aus.

 

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