BERLIN


03.02.2010 | Berlin (dpa)
Gefährliche Schlaglöcher - Hohe Kosten
Die Schlaglöcher in Berlin gefährden aus Expertensicht inzwischen Leib, Leben und Finanzen der Hauptstädter. «Die Löcher in Berlin weisen zum Teil dramatische Tiefen auf», sagte der Regionalleiter des «TÜV Rheinland» in Berlin, Jens-Peter Schultze der dpa. Daher verlören täglich Autofahrer die Kontrolle über ihren Wagen oder verrissen das Lenkrad. Zudem könnten starke Schäden an Reifen, Felgen und Achsen entstehen, auch Achsenbrüche seien möglich. Solche Schäden können laut Schultze tausende Euro kosten.
Der Sprecher des Berliner ADAC, Michael Pfalzgraf, fürchtet, der Frühling werde weit schlimmere Schlaglöcher offenbaren als 2009. Grund sei der lange Winter: Wenn das gefrorene Wasser in den Rissen im Straßenbelag schmelze, entstünden Hohlräume. Werde diese Stelle von schweren Autos befahren, breche die Straße weg.
Der Leiter der Straßenverkehrsbehörde in Berlin, Harald Büttner, fordert deshalb vom Senat, in den kommenden zwei Jahren zwischen 4,6 und 5,2 Millionen Euro in die Straßen zu investieren. Sein Konzept habe er der Senatsverwaltung bereits vorgestellt. Die Stadt hätte in den vergangenen 15 Jahren allein in Berlin-Mitte etwa 48 Millionen Euro in die Straßensanierung investieren müssen, schätzte Büttner. Bisher begegne der Senat der Schlaglochgefahr durch Geschwindigkeitsbegrenzungen. Das aber schränke die
Leistungsfähigkeit der Infrastruktur ein. Wo nichts mehr rolle, gehe es auch mit der Wirtschaft bergab, sagte Büttner.

04.02.2010 | Berlin (dpa/bb)
Begleitservice für Bus und Bahn nutzen
Durch die schlechten Witterungsverhältnisse ist der Begleitservice des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB) derzeit gefragt wie nie! Er hilft behinderten oder gebrechlichen Menschen auf ihrem Weg durch Berlin.
Seit 2008 gibt es das Angebot, sich von einem VBB-Begleiter von der eigenen Haustür mit Bus und Bahn zum Ziel bringen zu lassen - zum Beispiel an den Arbeitsplatz. Grundidee ist, dass auch behinderte oder gebrechliche Berliner den öffentliche Nahverkehr nutzen können. Die Begleiter wissen zum Beispiel genau, an welchen Stationen es Aufzüge gibt. Besonders Rollstuhlfahrer nähmen diese Mobilitätshilfe gern an, sagte Krokowski. Zahlen müssen sie dabei nur für ihr eigenes Bus- oder Bahnticket.
Seit dem Wintereinbruch rufen auch viele Blinde beim Begleitservice an und lassen sich über eisglatte Bürgersteige und Schneehaufen helfen. Alte Menschen nutzen das Angebot für Arzt- oder Friseurbesuche.
Jetzt ist dieser Dienst in Gefahr!
Der Service laufe im Juni aus, die Weiterfinanzierung sei nicht gesichert, sagte VBB-Sprecherin Elke Krokowski. Bisher vermittelten Arbeitsagenturen die rund 60 Begleiter an den Verkehrsverbund. In diesem Winter werde der Dienst enorm nachgefragt, sagte die Sprecherin. Im Moment sei sogar die «absolute Kapazitätsgrenze» erreicht.
Am Anfang sei der Service pro Tag von 30 bis 36 Berlinern angefordert worden, sagte Krokowski. Inzwischen wünschten sich mehr als 50 Menschen am Tag einen VBB-Begleiter. «Das sind pro Mitarbeiter 2 bis 3 Aufträge pro Tag.» Mehr sei auch kaum zu schaffen. Die Begleiter sind montags bis sonntags von 07.00 Uhr bis 22.00 Uhr im gesamten Berliner Stadtgebiet unterwegs. Bestellen kann man sie unter der Woche einen Tag vorher unter der Telefonnummer 030 25 414 414 zwischen 09.00 bis 16.00 Uhr.
www.vbbonline.de/begleitservice
03.02.2010 | Berlin (dpa)
Verband: Busse wegen Schnee und Eis überfüllt
Verschneite und vereiste Straßen in Berlin machen auch Fahrgästen von Bus und Bahn das Leben schwer. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) zählen momentan täglich 300 000 Fahrgäste mehr als in üblichen Wintermonaten. Im Berufsverkehr seien überfüllte Busse und Trams immer häufiger zu beobachten, klagte der stellvertretende Vorsitzende des Berliner Fahrgastverbands IGEB, Matthias Horth, am Mittwoch in Berlin. Die BVG seien «am Rande ihrer Leistungsfähigkeit». Wegen Eis und Schnee stiegen derzeit viele Pendler von Auto und Fahrrad auf öffentliche Verkehrsmittel um. Hinzu komme der Engpass bei der S-Bahn.

«Wir können die Ausfälle bei der S-Bahn nicht locker ersetzen», sagte die BVG-Sprecherin Petra Reetz am Mittwoch. Im Winter seien ohnehin schon mehr Busse und längere Bahnen unterwegs. Derzeit müsste ein Personenaufkommen von derzeit 2,5 Millionen Pendlern am Tag bewältigt werden. Es werde kein Fahrgast stehen gelassen.
Schwierigkeiten bereiten vielerorts auch vereiste und schneeüberhäufte Haltestellen. «Für die Räumung sind Anwohner und die Berliner Straßenreinigung verantwortlich», sagte Reetz. Sobald ein ausgeschilderter Radweg zwischen Haus und Haltestelle verlaufe, müsse der Anwohner zur Schaufel greifen. In allen anderen Fällen sei die Straßenreinigung in der Pflicht. Die BVG schalte bei Kundenbeschwerden mittlerweile die Ordnungsämter ein.
Auch die Verbraucherzentrale Berlin rief die Bürger zu Räumen und Streuen auf. Zahlreiche Wege seien «spiegelglatte Rutschbahnen». In manchen Fällen könnten Bußgelder von bis zu 10 000 Euro verhängt werden. «Wenn unglücklicherweise jemand zu Schaden kommt, droht sogar ein Verfahren gegen Körperverletzung», teilte die Verbraucherzentrale am Mittwoch mit.




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