BERLIN

12.02.2010 | Berlin (dpa)
Eiswinter macht Briefträger krank
Ein hoher Krankenstand in diesem langen Winter macht den Briefträgern in Berlin und Brandenburg zu schaffen. Im Durchschnitt hätten sich 15 Prozent der mehr als 4000 Zusteller von Briefen und Paketen krankgemeldet, sagte der Postexperte der Gewerkschaft Verdi, Boris Kusserow, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin. In manchen Bezirken seien es bis zu 20 Prozent. Immer mehr Kunden bekämen ihre Sendungen deshalb mit Verspätung.
Die Deutsche Post habe in der Region derzeit eine Personalreserve von 5,3 Prozent. Dieser Bestand an Vertretern sei viel zu gering und müsse dringend aufgestockt werden, sagte Kusserow. Er sprach von einer «unerträglichen Belastungssituation». Die Kälte treffe die Briefträger besonders hart. «Sie können keine dicken Handschuhe tragen, weil sie die Briefe greifen und in die Schlitze stecken müssen», sagte er. Einige hätten schon Erfrierungen an den Fingern davongetragen.

Die Post nennt die Arbeitsbedingungen ihrer Zusteller «sehr schwierig». Der Zustand auf den eisglatten Gehwegen sei «katastrophal», sagte Postsprecherin Anke Baumann. «Die Kollegen können ihre Fahrräder nur schieben, und sie stolpern über Schneeberge.» Angesichts dessen machten sie einen «Superjob». Auch bei den Briefträgern sei die Zahl der Knochenbrüche deutlich gestiegen. Insgesamt habe sich der Krankenstand aber nur «leicht erhöht», sagte sie, ohne eine Zahl zu nennen.
Verdi-Mann Kusserow berichtete, dass Briefträger immer häufiger die Bezirke von erkrankten Kollegen mit übernehmen müssten, was aber nicht zu schaffen sei. Deshalb steige die Zahl der abgebrochenen Touren. Baumann sprach dagegen von Einzelfällen. Die Touren müssten abgebrochen werden, wenn die Höchstarbeitszeit von zehn Stunden erreicht sei. Die Kunden, die deshalb an einem Tag leer ausgehen, «bekommen die Post dann aber am nächsten Tag als erste», sagte sie.

Wall AG bündelt Kräfte gegen das Eis
Seit heute früh beteiligen sich Wall-Mitarbeiter auch an der Räumung von Glatteis rund um Bushaltestellen | Unter den Linden kommen sogar Presslufthammer zum Einsatz
Berlin, 12. Februar 2010
Eis und Schnee haben Berlin weiter fest im Griff. Die Wall AG hat nun alle ihre verfügbaren Kräfte für den Kampf gegen die Glätte mobilisiert. Seit heute früh, 6 Uhr, tragen die Serviceteams des Berliner Stadtmöblierers auch dafür Sorge, dass die Zuwege und Flächen rund um die Bushaltestellen der Stadt bestmöglich von Schnee und Glättestellen befreit werden. Im Bereich Unter den Linden rücken die Wall-Mitarbeiter aktuell sogar mit Presslufthammern den riesigen Eisschollen zu Leibe, da allein mit Spaten und Schippe kein Vorankommen mehr möglich ist.
Unter der kostenfreien Info-Hotline 08000-925524 können Bürger die Wall AG
zudem auf besonders gefährliche Stellen im Stadtgebiet hinweisen.

Die Wall AG ist ursprünglich nur verpflichtet, den Innenraum ihrer Wartehallen von Schnee und Eis zu reinigen sowie natürlich auch den Bereich rund um die zahlreichen City-Toiletten im Stadtgebiet.
Aufgrund des anhaltenden strengen Winterwetters und der weiterhin zunehmenden Gefährdung von Passanten durch rutschige Gehwege weitet die Wall AG nun ihren Service aus. Daniel Wall, Vorstandsvorsitzender der Wall AG: "Angesichts der aktuellen Lage ist jetzt aktives Handeln gefragt. Uns erreichen täglich Hinweise von Bürgern und Touristen, die uns auf gefährliche Stellen in der Stadt hinweisen und uns um Hilfe bitten. Da hören wir nicht weg! Rund um unsere City-Toiletten sorgen wir ohnehin schon dafür, dass Eis und Schnee keine Gefährdung für die Benutzer darstellen und ein Zugang ohne Probleme möglich ist. Wir stellen ab sofort einen Großteil unserer Serviceteams, die sonst für die Reinigung unserer Anlagen sowie für die Plakathängung zuständig sind, für die Beseitigung von Schnee und Eis ab."
Insgesamt sind seit heute Morgen, 6 Uhr, 16 Mitarbeiter für diesen Service aktiv. Sie konzentrieren sich vorerst auf die Bereiche Kurfürstendamm und Unter den Linden. Ab Montag wird die Wall AG hierzu weitere Mitarbeiter abstellen.





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