BERLIN
23.02.2009

24.02.2009 | Berlin (dpa)
Warnstreiks legten Berliner Flughäfen komplett lahm
Ein Warnstreik des Flughafenpersonals hat den Luftverkehr von und nach Berlin am Dienstagmorgen über Stunden zum Erliegen gebracht. An den Hauptstadt-Airports Tegel und Schönefeld musste der Betrieb zwischen 6.00 und 9.30 Uhr vollständig eingestellt werden.
Weil auch Beschäftigte der Feuerwehr die Arbeit niederlegten, ohne die aus Sicherheitsgründen nicht gestartet und gelandet werden darf, fielen insgesamt 56 Flüge aus.
Mit der Aktion wollte die Gewerkschaft ver.di den Druck in den Tarifverhandlungen für 1500 Beschäftigte erhöhen, die am Nachmittag fortgesetzt werden sollten. Ver.di fordert acht Prozent mehr Geld, der Arbeitgeber hatte zuletzt 2,6 Prozent Plus sowie 1250 Euro Einmalzahlung geboten.
An dem Warnstreik hätten sich insgesamt rund 300 Beschäftigte quer durch alle Bereiche beteiligt, sagte ver.di-Verhandlungsführer Holger Rößler. Nach Flughafenangaben mussten in Tegel 25 Starts und 25 Landungen annulliert werden, in Schönefeld drei Starts und drei Landungen. Auch nach Ende der Arbeitsniederlegungen gab es noch Verspätungen, da sich der Betrieb erst nach und nach normalisierte. Betroffene Fluggäste wurden auf spätere Maschinen umgebucht. Teils waren Flüge schon am Vorabend gestrichen worden, Reisende wurden in größere Maschinen umgelenkt. Kurz vor 6.00 Uhr seien noch fünf Jets zu Knotenpunkten wie Frankfurt oder Amsterdam geflogen, hieß es.
Es ist bereits der zweite Warnstreik in diesem Monat im Rahmen des Tarifkonflikts bei den Berliner Flughäfen. Am 12. Februar waren wegen jeweils zweistündiger Arbeitsniederlegungen in Tegel und Schönefeld aber nur 18 Flüge ausgefallen. In der vergangenen Woche war der Flugverkehr über der Hauptstadt wegen des Winterwetters erheblich beeinträchtigt gewesen.
Ver.di-Verhandlungsführer Rößler äußerte die Erwartung, dass die Flughafengesellschaft in der fünften Verhandlungsrunde am Nachmittag in Berlin ein besseres Angebot unterbreite. Ein Flughafensprecher sagte, die Arbeitgeber seien verhandlungsbereit und hätten bereits Nachbesserungen vorgenommen. Die Gewerkschaft müsse sich nun aber auch bewegen.
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