BERLIN

22.02.2010 | Berlin (dpa)
Polizei fahndet nach Vergewaltiger-Bande
Nach der brutalen Vergewaltigung eines 15-jährigen Mädchens durch eine Bande Jugendlicher in Berlin fahndet die Polizei nach den Tätern. Das Mädchen, das am Samstagabend überfallen wurde, habe erst am Montag befragt werden können, sagte Polizeipräsident Dieter Glietsch. Daher gebe es bislang keine genaueren Erkenntnisse. Nach seinen Angaben war das Mädchen von vier bis fünf jungen Männern im Kleistpark in Berlin-Schöneberg vergewaltigt worden. Die Täter wurden als Südländer beschrieben. Nach Polizeiangaben wandte die 15-Jährige sich «völlig aufgelöst und weinend» an ein Ehepaar, das die Polizei rief. Ob das junge Opfer noch im Krankenhaus liegt, teilte die Polizei nicht mit.
Nach einem Bericht der «Berliner Morgenpost» (Montag), die sich auf Sicherheitskreise beruft, wurde das Mädchen von zwei Banden mit insgesamt sieben Tätern überfallen und vergewaltigt. Zunächst hätten vier Jugendliche das Mädchen verbal angegriffen, sie bedroht und ihr Handy und Portemonnaie geraubt. Als das Mädchen weiterging, seien drei weitere Männer über sie hergefallen und hätten sie mehrfach vergewaltigt. Auch die ersten vier Täter hätten sich dann an der Vergewaltigung beteiligt. Die Polizei wollte sich zu Medienberichten über den Verlauf des Überfalls nicht äußern.

Die Zahl der Vergewaltigungen nach Überfällen ist nach Angaben der Polizei in den vergangenen Jahren gestiegen. Eine Statistik hierzu gibt es jedoch nicht. 2008 wurden der Berliner Polizei 549 Vergewaltigungen gemeldet, davon wurden 431 Fälle (78,5 Prozent) aufgeklärt. 409 Tatverdächtige wurden ermittelt, 82 (20 Prozent) von ihnen waren jünger als 21 Jahre. 66 Prozent der Opfer der aufgeklärten Fälle in 2008 kannten ihren Vergewaltiger. In rund 32 Prozent der Fälle waren die Gewalttäter betrunken.
Der Kleistpark zwischen Elßholzstraße und Potsdamer Straße ist kein krimineller Brennpunkt. «Der Ort ist bislang unauffällig», sagte ein Polizeisprecher am Montag. An dem Park hat unter anderem das Kammergericht seinen Sitz. Nach dem Wegzug der BVG-Zentrale im Jahr 2008 und weiteren angekündigten Wegzügen von der Potsdamer Straße war zunächst befürchtet worden, die Gegend könnte abgewertet werden und verrohen.
Davon hat die Polizei nach eigenen Angaben bislang nichts bemerkt. Auch der Einflussradius des Straßenstriches in der Kurfürstenstraße in rund 800 Meter Entfernung reiche nicht bis zu der Grünanlage, sagte ein Sprecher. Ganz in der Nähe des Parks, in der Pallasstraße, steht der «Sozialpalast», ein bekanntes riesiges Mietshaus des sozialen Wohnungsbaus. Früher galt der Bau als Zentrum sozialer Probleme, inzwischen soll es hier aber ruhiger geworden sein.




Kommentare