BERLIN

02.03.2010 | Berlin (dpa)
BSR startet Frühjahrsputz mit mehr Einsatzkräften
Silvesterböller, Granulat und Hundekot: Die Berliner Stadtreinigung (BSR) will dieser unappetitlichen Mischung auf Berlins Straßen mit verstärkten Kräften den Garaus machen. An diesem Mittwoch startet der «Aktionsplan Frühjahrsputz». Dabei sollen weitere 350 Arbeitslose eingesetzt werden, wie BSR-Chefin Vera Gäde-Butzlaff am Dienstag in Berlin sagte.
Mit den 1650 bereits jetzt helfenden Arbeitslosen und den BSR-Mitarbeitern stünden dann 3600 Einsatzkräfte zur Verfügung. Die BSR-Ausgaben für Winterdienst und -grundreinigung betrügen 34,8 Millionen Euro - ursprünglich seien 18,3 Millionen geplant gewesen. Der Senat unterstütze den Einsatz mit 26 Millionen Euro.

Wie der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) betonte, haben Berliner, Touristen und Geschäftsreisende einen Anspruch auf eine saubere Stadt, gerade wenn das Wetter wieder schöner werde. Der Senat wolle dies zwar sicherstellen. «Ich bitte aber um Verständnis darum, dass dies nicht per Knopfdruck passieren kann, sondern dass das auch ein Prozess ist, der noch einige Tage in Anspruch nehmen kann», sagte Wowereit. Für die Zukunft seien ernsthafte Überlegungen nötig, wie ein Winter wie dieser vorbereitet werden könne.
Am frühen Mittwochmorgen beginnt die Putzaktion. Dann solle mit Hochdruck gefegt und gereinigt werden, sagte Gäde-Butzlaff. Am 13. und am 20. März würden auch jene BSR-Beschäftigten, die nicht bei der Straßenreinigung arbeiteten, zu Besen und Schaufel greifen, etwa 600 zusätzliche Helfer. Wenn Initiativen Plätze auf eigene Faust reinigen wollten, stelle die BSR Besen zur Verfügung und sorge für den Abtransport. «Das soll jetzt nicht heißen, dass jeder einzelne, der fegen will, sich bei uns melden muss», betonte die BSR-Chefin. In der Woche vor Ostern werde das angehäufte Streugut in den Außenbezirke eingesammelt.

Die BSR-Kräfte hätten seit Silvester kaum freie Tage und viele Nachtschichten gehabt, sagte Gäde-Butzlaff. 430 000 Stunden lang seien die Mitarbeiter mit der Beseitigung von Schnee, Eis und Winterschmutz beschäftigt gewesen. Üblich seien normalerweise 100 000 bis 270 000 Stunden. «Es ist sehr viel mehr Streumittel auf den Straßen als jemals in anderen Jahren.» Wegen der schwierigen Wetterverhältnisse konnten die Kräfte erst am 22. Februar mit der tatsächlichen Reinigung beginnen. Die Arbeit in den Außenbezirken starte, sobald die Innenstadt sauber sei.
Die BSR verteilte in diesem Winter bislang rund 16 000 Tonnen Splitt. Etwa zwei- bis dreimal soviel Granulat hätten die Berliner selbst gestreut. Der Splitt werde recycelt, wie eine BSR-Sprecherin sagte. Die kleinen Steinchen und der Sand würden gewaschen, vom Müll getrennt und anschließend verwendet, um die Straßen auszubessern.

02.03.2010 | Berlin (dpa)
Wowereit dankt Männern in Orange - "Ein Knochenjob"
Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat die Hauptstädter um Verständnis dafür gebeten, dass Granulat und Schmutz nicht von heute auf morgen von den Straßen verschwinden. Am Dienstag dankte er am frühen Morgen den Mitarbeitern der Berliner Stadtreinigung (BSR) für ihren unermüdlichen Einsatz. Sie leisteten in diesen Wochen einen Knochenjob, oft sogar über die Zuständigkeit der BSR hinaus, sagte er bei seinem Besuch des Betriebshofs in der Wilmersdorfer Forckenbeckstraße. Nach BSR-Angaben beseitigten die Beschäftigten in diesem Winter 430 000 Stunden lang Schnee und Eis. Üblich seien 100 000 bis 270 000 Stunden.
Was nach der Schneeschmelze auf Berlins Straßen und Wegen zum Vorschein kommt, sieht zum Teil nach Sondermüll aus. Die unappetitliche Mischung aus Silvesterböllern, Hundekot und Granulat könne aber «mit Augenmaß» im Hausmüll landen, sagte eine Sprecherin des Eigentümerverbandes Haus & Grund Berlin am Dienstag. Die Tonnen dürften allerdings nicht zu schwer werden, damit die Reinigungskräfte sie noch bewegen könnten.

Am Ende des Winters werde der Splitt recycelt, wie eine BSR-Sprecherin sagte. Die kleinen Steinchen und der Sand würden gewaschen, vom Müll getrennt und anschließend verwendet, um die Straßen auszubessern. Der Splitt lagere nicht bis zum nächsten Winter ein, schließlich werde das Material schon vorher dringend gebraucht. Die BSR hat in diesem Winter bislang rund 16 000 Tonnen Splitt verteilt. Etwa zwei- bis dreimal soviel Granulat hätten die Berliner selbst gestreut.
In der (heutigen) Senatspressekonferenz will Wowereit über die geplanten Maßnahmen berichten, die Hauptstadt bis Ostern von Streumaterial und Schmutz zu befreien. Gemeinsam mit der BSR soll der sogenannte «Aktionsplan Frühjahrsputz» vorgestellt werden. Umweltsenatorin Katrin Lompscher (Linke) hat für Mittwoch ein Treffen mit allen Beteiligten angesetzt, um über Konsequenzen aus dem laut BSR schneereichsten Winter seit 1950 zu beraten.




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