BERLIN

07.04.2010 | Berlin (dpa)
Fliegerbombe in Tegel entschärft - Flüge starten wieder
Aufatmen nach fast zwei Stunden Bombenalarm: Die am Mittwoch am Flughafen Tegel gefundene Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist am Abend entschärft worden. Das teilten die Polizei und Flughafensprecher Ralf Kunkel mit. Der größte Flughafen der Hauptstadt war nahezu komplett stillgelegt worden. Die Polizei und Feuerwehr evakuierte das Gelände. Vorsorglich wurden rund 20 Maschinen nach Berlin-Schönefeld umgeleitet, weitere zehn Tegel-Flüge wurden gestrichen. Hunderte Fluggäste mussten mehrere Terminal-Bereiche verlassen, die Polizei stoppte auch den Straßenverkehr zum Flughafen. Das letzte Mal war der Flughafen Tegel Ende Dezember 2009 wegen Blitzeises komplett geschlossen worden.
Ein Spezialkommando mit Entschärfern hatte am Fundort die Bombe gegen 19.15 Uhr unschädlich gemacht. Unmittelbar danach ging nach Augenzeugenberichten die zuvor angeschaltete Flughafenbeleuchtung wieder an und die erste Maschine rollte zum Start. Bis zum Abend war allerdings noch mit Verspätungen zu rechnen.

Der Flughafen Tegel war von dem Bombenfund nur einen Tag später betroffen, nachdem am S-Bahnhof Ostkreuz ebenfalls eine 250-Kilo-Bombe gefunden worden war. Der Schienenverkehr auf der Ringstrecke der S-Bahn war komplett gestoppt worden, auf den Straßen ringsum kam es stundenlang zu Staus. Rund 6 Stunden nach dem Bombenfund war der deutsche Blindgänger mit russischem Zünder, eine sogenannte Beute-Bombe, entschärft worden.
Am Flughafen Tegel landen und starten jährlich rund 14 rpt 14 Millionen der etwa 22 Millionen Fluggäste in Berlin. Damit liegt Tegel bundesweit an vierter Stelle. Der Flughafen ist bis heute auch noch Regierungsflughafen der Bundesrepublik Deutschland, auf dem Staatsgäste landen und offiziell empfangen werden. Nach der für Ende 2011 geplanten Neueröffnung des Großflughafens Berlin Brandenburg International in Schönefeld soll Tegel geschlossen werden.
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