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Adrenalin-Trip:
So war mein Flug durch die Aschewolke


Spreeradio-Chef Stephan Schmitter flog von Mallorca nach Berlin. Eine Reise, die viel Schweiß kostete.

Spreeradio-Chef Stephan Schmitter flog in der Nacht zu Dienstag von Mallorca nach Berlin. Er war einer der ersten Passagiere, die durch die Aschewolke hindurch nach Hause kamen. Hier sein Bericht:

„Ich wollte nur kurz nach Mallorca. Und dann hing ich dort zwei Tage länger fest. Die Zustände waren schwierig, weil keiner konkrete Auskunft geben konnte. Vor allem gestern kam es zu einer extremen Situation. Denn da sickerte in den Hotels die Nachricht durch, dass es Ausnahmegenehmigungen für Flüge nach Deutschland am Abend gab. Daraufhin sind die Menschen in Heerscharen, zu Tausenden, Richtung Flughafen geströmt und haben versucht auf diese Maschinen zu kommen. Nach Dortmund, nach Hamburg, nach Berlin, nach München. Es war eine kleine Schlacht um die freien Plätze. Ich hatte Glück, habe einen freien Platz ergattert und bin mit der ersten Maschine Montagnacht um 23.14 Uhr in Berlin gelandet.

Ich hatte ein extrem mulmiges Gefühl im Bauch

Die Flugzeuge hatten eine Ausnahmegenehmigung und sind auf Sicht geflogen. Das war hoch spannend. Ich bin Vielflieger, aber ich hatte ein extrem mulmiges Gefühl im Bauch, als ich in den Flieger einstieg. Die Crew von Air Berlin war äußerst nett. Die Mitarbeiter haben sich dort um die Tausenden von Touristen extrem rührig gekümmert.

Beim Einsteigen erklärte der Pilot: „Die Aschewolke ist noch da. Sie hängt momentan zwischen 5000 und 7000 Metern über Europa. Aber das ist kein Problem, da wir die Aschewolke auf großen Teilen der Strecke überfliegen können.“ Erst kurz vor Berlin würde er dann durch die Aschewolke absinken, relativ rigoros, und dann den Flug auf Sicht zu Ende fliegen.

Auf Sicht ist natürlich sehr witzig, denn es war mitten in der Nacht. Vor allem fragte ich mich die ganze Zeit, was der junge Mann im Cockpit eigentlich sehen würde bei einer Sichtflughöhe von rund 3000 Metern.

"Ich dachte die ganze Zeit, ich spinne"

Irgendwann ging der Flieger dann extrem hart nach unten, um möglichst wenig durch die Aschewolke zu fliegen. Und zu allem Überfluss erzählte der Pilot dann noch, dass die Aschewolke laut Deutscher Flugsicherung ungefähr 10 bis 20 Kilometer vor Berlin hängen würde und er eventuell dem ein oder anderen Ascheteilchen ausweichen müsste. Er sagte: „Das ist aber kein Problem, ich werde das sehen.“

Da durchzufliegen war komisch. Ich dachte die ganze Zeit, ich spinne und träume. Als wir durch die Aschewolke flogen, sah das so wie ein Schneesturm aus. Es flogen ganz kleine Partikel von Asche am Fenster vorbei. Ich hatte das Gefühl, irgendjemand hat in einen großen Grill gepustet. Es war nur ein kurzer Moment, aber danach war ich klitschnass und dachte nur: du heiliger Bimbam. Das Ding ist tatsächlich da. Also ich hatte von vorne bis hinten ein schlechtes Gefühl. Ich hörte die ganze Zeit auf die Triebwerke und war heilfroh, als wir gelandet waren. Ich habe selten einen solchen Applaus an Bord eines Flugzeuges erlebt. Ich habe sogar selbst applaudiert.“

 

Quelle: B.Z.

www.bz-berlin.de

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