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BERLIN

 

» Wo es am 1. Mai zu Demos & Krawallen kommen kann... «

Walpurgisnacht in Berlin
Fotos
01.05.2010 | Berlin (dpa)

Meist friedliche Feiern zur Walpurgisnacht


Mehrere tausend Menschen haben in Berlin weitgehend friedlich den Vorabend des 1. Mai gefeiert. Im Bezirk Friedrichshain flogen vereinzelt Flaschen und Bierbecher gegen Polizisten, mehrere Störer wurden festgenommen. Es gab bislang keine Verletzten. Die Polizei ist an diesem Wochenende in Berlin mit einem Großaufgebot im Einsatz. Besonders am heutigen 1. Mai werden Krawalle befürchtet. Rechtsextremisten haben einen Aufmarsch im Bezirk Prenzlauer Berg angemeldet. Ein linkes Bündnis will den Zug blockieren.

Vorbericht zum 1. Mai
Video
01.05.2010 | Berlin/Hamburg (dpa)

Polizei-Großeinsatz: Ausschreitungen in Hamburg

 

Im Hamburger Schanzenviertel ist es in der Nacht zum 1. Mai zu Ausschreitungen gekommen. Mindestens 14 Menschen wurden verletzt.

 

Wie ein Polizeisprecher am frühen Samstagmorgen mitteilte, hatten rund 150 linke Demonstranten rund um das alternative Kulturzentrum «Rote Flora» Möbel, Holzlatten und Müll auf die Straße gestellt und angezündet. Polizisten wurden mit Flaschen und Steinen angegriffen, eine Bankfiliale beschädigt. Dagegen verlief die Walpurgisnacht in Berlin weitgehend ruhig. Rund 4000 Menschen feierten laut Polizei zumeist friedlich. Mehrere betrunkene Störer wurden festgenommen und weggeschleppt. Verletzte wurden nicht gemeldet.

 

In Hamburg bekam ein Passant einen Stein an den Kopf und wurde so schwer verletzt, dass er ins Krankenhaus musste. Darüber hinaus wurden dreizehn Polizisten und drei Diensthunde verletzt. Sieben Randalierer wurden vorläufig festgenommen. Im Schanzenviertel war es in den vergangenen Jahren bereits zu Krawallen rund um den 1. Mai gekommen.

Am Boxhagener Platz in Friedrichshain flogen vereinzelt Flaschen und Bierbecher gegen Polizisten, Beamte wurden auch angepöbelt. Die Polizei hatte mit ihrer massiven Präsenz die Lage aber unter Kontrolle. Nach Mitternacht wurden mehrere Straßen geräumt. Es gab keine massiven Ausbrüche von Gewalt. Zuvor waren am Rande einer Demonstration gegen Rechtsextremismus in Berlin-Schöneweide zwei Neonazis festgenommen worden. Es sei insgesamt friedlicher als im Vorjahr gewesen, zeigte sich die Polizei am frühen Morgen zufrieden.

 

In Bremen gingen in der Nacht zwei Streifenwagen der Polizei in Flammen auf. Auch hier wird nach Polizeiangaben ein Zusammenhang mit den Mai-Protesten vermutet.

Am Mai-Feiertag kommen auf die Polizei in Berlin mehrere Großeinsätze zu. Nach Angaben von Innensenator Ehrhart Körting (SPD) werden am Samstagvormittag bis zu 3000 Rechtsextremisten sowie bis zu 10 000 linke Gegendemonstranten erwartet. Die Polizei befürchtet Gewalt und will beide Züge strikt trennen. 6000 Beamte sollen eingesetzt werden. Dabei werden die Berliner Kräfte von Polizisten aus anderen Bundesländern unterstützt.

 

Ein breites Bündnis will gegen den Aufmarsch der Rechtsextremisten mit Sitzblockaden protestieren. Dem Protest-Bündnis haben sich Politiker von SPD, Grünen und der Linken angeschlossen, darunter Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD), SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles, Linke-Vorsitzender Oskar Lafontaine und Grünen- Vorsitzende Claudia Roth. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) rief zu Gewaltfreiheit auf. «Das Recht auf Demonstration ist kein Recht zu Gewalt und Regelverletzung.»

 

Im vergangenen Jahr waren am Vorabend des 1. Mai in Berlin knapp 60 Randalierer festgenommen worden. 2009 war es bei der abendlichen Mai-Demonstration in Kreuzberg zu massiven Gewaltausbrüchen gekommen. Fast 500 Polizisten waren verletzt worden. Zahlreiche Störer wurden festgenommen. Mehr als 150 Anklagen wurden gegen Randalierer erhoben, erstmals auch wegen versuchten Mordes.

30.04.2010 | Hamburg (dpa)

Hintergrund: Der Tag der Arbeit

 

Der 1. Mai ist traditionell der Tag der Arbeit. Auslöser war 1896 die Forderung amerikanischer Gewerkschaften nach einem Acht-Stunden-Tag. Drei Jahre später rief die Zweite Sozialistische Internationale, ein Zusammenschluss linker Parteien, dazu auf, den 1. Mai zum «Kampftag der Arbeiterklasse» zu machen. Seit 1890 finden an diesem Tag jährlich Kundgebungen für bessere Arbeitsbedingungen statt. In Deutschland und vielen anderen Ländern ist der 1. Mai ein gesetzlicher Feiertag.

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