BERLIN
03.03.2009

03.03.2009 | Berlin/Schildow (dpa/bb)
Grabungen nach Türsteher-Leiche in Schildow erfolglos beendet
In dem Riesenloch von Schildow liegt wohl doch keine Leiche. Die Berliner Polizei hat deshalb ihre aufwendige und wochenlange Grabung nach der dort vermuteten Leiche eines Türstehers vorerst ergebnislos beendet. Einen Monat gruben Polizisten und eine Baufirma in dem Garten in Schildow bei Berlin nach dem Toten - allerdings ohne etwas zu finden. Die bisher vorliegenden Erkenntnisse, die den Ort betreffen, seien "abgearbeitet", sagte ein Polizeisprecher am Dienstag. Die Ermittlungen würden weiter laufen, aber nach dem jetzigen Stand nicht mit weiteren Grabungen in Schildow.
Seit dem 3. Februar suchte die Polizei in dem Garten nach der Leiche des erschossenen Mannes aus dem Berliner Türsteher-Milieu. Sie soll vor zwölf Jahren am Rand einer Baugrube versteckt worden sein. Heute steht an der Stelle eine Villa mit mehreren Wohnungen.
Ein Kriminalpolizist vom Landeskriminalamt sagte, man sei zwar weiterhin sicher, dass der vor zwölf Jahren erschossene Mann damals in der Baugrube neben der Bodenplatte des späteren Hauses vergraben worden sei. Die entsprechenden Hinweise eines Beteiligten seien absolut glaubwürdig. Aber man habe nun alle in Frage kommenden Stellen gründlich untersucht und die Leiche nicht gefunden. Die Sache sei rätselhaft. Möglicherweise sei die Leiche später wieder entfernt worden. Ein Polizeisprecher stellte resigniert fest: "Wir können ja nicht komplett Schildow umgraben."

In den vergangenen Wochen gruben die Polizei und eine Baufirma einen 15 Meter langen, mehrere Meter breiten und bis zu fünf Meter tiefen Graben. Anfangs arbeiteten die Beamten sich selber mit Schaufeln in die Erde vor, später wurden ein kleiner und ein großer Bagger eingesetzt. Leichen-Spürhunde schnüffelten auf dem Grund der Grube, Experten mit einem sogenannten Georadar wurden hinzugezogen - alles vergeblich. Die ganze Suche dürfte mindestens viele zehntausend Euro kosten. Genaue Angaben dazu wollte die Polizei am Dienstag noch nicht machen.
Der Ermordete soll Türke gewesen sein und sich illegal in Deutschland aufgehalten haben. Deshalb sei sein Verschwinden lange Jahre nicht aufgefallen. Ein Mann, der die Leiche nach eigenen Angaben vergraben hat, gab der Polizei einen Hinweis auf die Stelle.




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