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BERLIN

 

10.05.2010 | Berlin

Berlin-Kampagne gegen Schlaganfälle startet

Unter dem Motto «Zeit ist Hirn» beginnt in Berlin eine großangelegte Gemeinschaftskampagne gegen Schlaganfälle. Verschiedene Gesundheitseinrichtungen unter Schirmherrschaft des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) wollen dafür ab sofort an einem Strang ziehen. Die Aktionen laufen bis Ende Oktober. Jahr für Jahr erleiden etwa 10 000 Menschen in der Hauptstadt einen Schlaganfall. Je schneller sie professionelle Hilfe bekommen, desto größer sind ihre Überlebens- und Heilungschancen.

Auslöser für einen Schlaganfall ist entweder der plötzliche Verschluss eines Blutgefäßes im Gehirn (Hirnthrombose oder Hirnembolie) oder eine Hirnblutung. In beiden Fällen erhält das betroffene Hirngewebe zu wenig Sauerstoff und stirbt ab. Für erfolgreiche Hilfe bleibt oft nur ein Zeitfenster von drei Stunden. Ein unbehandelter Schlaganfall kann zu schweren Behinderungen und auch zum schnellen Tod führen. Bundesweit sind Schlaganfälle nach Herz- und Krebserkrankungen die dritthäufigste Todesursache.

Zur Berlin-Kampagne «Zeit ist Hirn» gehören Plakataktionen in Bus und Bahn, Filme und Kinospots. Sie klären über die wesentlichen Schlaganfall-Anzeichen auf: Lähmungen, die oft halbseitig auftreten, Seh- und Sprachstörungen, Schwindel oder auch Bewusstseins- Eintrübungen. Manchmal kommen auch heftige Kopfschmerzen hinzu, warnen die Initiatoren. Dazu gehören die Charité, das Centrum für Schlaganfallforschung sowie das Schlaganfall-Register, die Schlaganfall-Allianz, die Berliner Feuerwehr und das
Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim.

 

Die Kampagne soll erreichen, dass mehr Betroffene über Schlaganfall-Symptome Bescheid wissen und im Notfall umgehend die Notrufnummer 112 alarmieren. Motto: Lieber einmal zu oft als zu zögerlich. Auch wenn die Symptome vielleicht nach kurzer Zeit verschwinden, sollte ein Notarzt gerufen werden. Denn oft gehe ein leichter Schlaganfall einem schwereren voran, warnen die Ärzte. Seit 2007 dokumentiert das Berliner Schlaganfall-Register wichtige Daten zur Erkrankung in der Hauptstadt.

Ergänzt wird die «Zeit ist Hirn»-Kampagne durch Vorträge, ein Expertentelefon und Lesungen. So liest am 31. Mai die Autorin Kathrin Schmidt, die selbst einen Schlaganfall erlitten hatte und in ihrem mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichneten Roman «Du stirbst nicht» eindringlich von ihrem Weg zurück ins Leben erzählt.

www.berlin-gegen-den-schlaganfall.de

Quelle: dpa

Was ist ein Schlaganfall?
Der Schlaganfall ist Folge einer plötzlichen Durchblutungsstörung von Teilen des Gehirns.
Das unterversorgte Hirngewebe stirbt in der Folge ab.

Ursachen:
Ein zum Hirn führendes Blutgefäß ist verstopft; es kommt zu einer Mangeldurchblutung (80 % der Fälle).
Durch den Riss eines Blutgefäßes kommt es zu einer Hirnblutung (20 % der Fälle).

Wie kommt es zur Mangeldurchblutung?
Sie ist die häufigste Ursache eines Schlaganfalls und kann zustande kommen durch:

  • Eine Thrombose: Dabei verschließt ein Blutpfropf ein zum Hirn führendes Blutgefäß (Thrombus). Solche Gefäß-verschlüsse entstehen in kranken Gefäßen, d. h. durch Kalk- und Fettablagerungen in vorgeschädigten Adern.
  • Eine Embolie: Zum Gehirn geschwemmte Blutgerinnsel, die sich im Herzen oder in der Halsschlagader gebildet haben, verschließen eine Schlagader im Gehirn.


Schlaganfall - Ein Notfall
In Deutschland erleiden etwa 200.000 Menschen jährlich einen Schlaganfall.
In der Stadt Berlin sind etwa 10.000 Menschen jährlich betroffen.

  • Der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache in Deutschland – nach Herzinfarkt und Krebserkrankungen.
  • Der Schlaganfall ist die häufigste Ursache einer bleibenden Behinderung beim Erwachsenen.
  • 1/3 der Schlaganfallpatienten stirbt innerhalb eines - Jahres, 1/3 behält Behinderungen, nur 1/3 hat keine signifikanten Behinderungen. Das Schlaganfall-Risiko nimmt mit steigendem Alter


Risikofaktoren sind: Hoher Bludruck, Rauchen, Fettstoffwechselstörungen, Übergewicht, Bewegungsmangel, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Herzrhythmusstörungen

Welche Warnzeichen deuten auf einen Schlaganfall hin?
Die Symptome eines Schlaganfalls treten plötzlich auf und sind in der Regel deutlich.

  • Sprach- und Sprechstörungen: Gesprochenes wird nicht verstanden, Silben werden verdreht, falsche Buchstaben verwendet. zu, aber auch jüngere Menschen sind häufig betroffen.
  • Herabhängender Mundwinkel: Die Mimik in einer Gesichtshälfte ist gestört.
  • Sehstörungen mit plötzlicher Erblindung eines Auges, oder Einschränkung des Gesichtsfeldes auf beiden Augen, oder Sehen von Doppelbildern.
  • Halbseitige Lähmungserscheinungen und / oder Taubheitsgefühl auf einer Körperseite (vollständig oder teilweise).


Wie erkennen Sie einen Schlaganfall?
Sollten Sie eines oder mehrere der beschriebenen Zeichen wahrnehmen, kann ein Schlaganfall vorliegen.
Insbesondere, wenn die Beschwerden plötzlich aufgetreten sind.
Ein Schlaganfall ist meistens schmerzlos, aber dennoch gefährlich.
Der Schlaganfall ist ein Notfall.

Schlaganfall-Schnelltest:
Bitten Sie den Betroffenen zu lächeln. Hängt ein Mundwinkel herunter?
Können beide Arme/beide Beine eigenständig angehoben werden oder ist eine Seite gelähmt?
Ist die Verständigung normal oder ist die Sprache gestört?
Liegen plötzliche heftige Sehstörungen vor?

Verlieren Sie keine Zeit, schnelle Hilfe ist wichtig.
Haben Sie keine Angst vor einem „Fehlalarm“. Wählen Sie 112!
Der Rettungsdienst der Berliner Feuerwehr bringt den Patienten in die nächste Schlaganfall-Spezialstation.

 

www.berlin-gegen-den-schlaganfall.de

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