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BERLIN

 

05.03.2009

Neues Museum auf der Museumsinsel übergeben
Fotos

12.08.2009

Äthiopiens Langstrecken-Ehepaar angeschlagen

Das schnellste Ehepaar der Welt bangt um die Teilnahme an der Leichtathletik-WM in Berlin, die am Samstag eröffnet wird. Äthiopiens Doppel-Olympiasiegerin Tirunesh Dibaba (5000 und 10.000m) und ihr Mann, der 10.000-m-Olympiazweite Sileshi Sihine, sind angeschlagen und werden gerade in Deutschland behandelt. "Wir müssen abwarten, wie sich ihre Verletzungen entwickeln", sagte Äthiopiens Nationaltrainer Woldemeskel Kostre.

Die 23-jährige Dibaba hatte 2005 in Helsinki als erste Frau ein Langstrecken-Doppel bei einer WM geschafft und damit Geschichte geschrieben. Sihine war 2004 und 2008 jeweils Olympiazweiter und seit 2005 insgesamt dreimal WM-Zweiter über 5000 bzw. 10.000m. Im vergangenen Herbst gaben sich die beiden bei Äthiopiens "Jahrtausend-Hochzeit" das Ja-Wort.

© 2009 Sport-Informations-Dienst, Neuss

15.08.2009

Werfer und Stoßer lassen auf Medaillen hoffen

Deutschlands Leichtathleten wollen schon am WM-Auftaktwochenende in Berlin die gesamte Olympiaausbeute von Peking übertreffen. "Ein- oder zweimal Edelmetall zum Auftakt, das könnte die richtige Initialzündung sein. Unser WM-Ziel bleiben die sieben Medaillen von Osaka 2007", sagt Clemens Prokop, in Personalunion Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) und des WM-Organisationskomitees BOC.

Drei Athleten träumen am Samstag und Sonntag von Bronze, das bei den Sommerspielen 2008 nur Speerwerferin Christina Obergföll für den DLV gewann. Der größte Trumpf von ihnen scheint Kugelstoßerin Nadine Kleinert zu sein, die sich im Training in der Form ihres Lebens präsentierte.

"Eine frühe Medaille kann ein ganzes Team pushen", sagt die 33 Jahre alte Magdeburgerin, die dabei nicht in erster Linie an ihre Chance im Sonntag-Finale glaubt, sondern bereits am Samstag auf den Neubrandenburger Kugelstoß-Kollegen Ralf Bartels baut. Dritte Hoffnung ist Jennifer Oeser (Leverkusen), derzeit Stärkste im deutschen Siebenkampf-Trio, das an beiden Tagen in Aktion ist.

"Nadine ist gut drauf, alles andere wäre gelogen. Sie kann zum zweiten Mal in ihrem Leben 20 Meter stoßen, Dritte oder Vierte werden. Neuseelands Olympiasiegerin Valerie Vili und die Weißrussin Natalja Michnewitsch sind wohl nicht zu schlagen", sagt Bundes- und Heimtrainer Klaus Schneider. Die 1,90 m große Sportsoldatin gewann schon Silber bei Olympia (2004) sowie den Weltmeisterschaften 1999 in Sevilla und 2001 in Edmonton. Zuletzt holte Nadine Kleinert, die ihre geplante Box-Karriere ad acta legte, 2007 WM-Bronze in Osaka.

Auch Bartels glaubt an seine Chance. "Ich hoffe, dass ich mit einer guten Leistung dem Team einen Schub geben kann. Wenn ich meine Saisonbestleistung von 21,11m wiederhole, könnte es reichen, weil immer einige schwach werden", sagt der 31 Jahre alte Europameister, der schon bei der WM 2005 in Helsinki (Bronze mit 20,99m) gezeigt hatte, wie man aufs Treppchen kommen kann.

Oeser träumt von Bronze

Jennifer Oeser will ihre 6442 Punkte von Ratingen bestätigen, mit denen sie auf Rang vier in der Welt gute Aussicht auf Edelmetall hat. "Bronze wäre ein Traum, ich möchte ihn wahr machen", sagt die 25 Jahre alte Bundespolizistin. Als EM-Vierte 2006 stand sie noch etwas im Schatten von Lilli Schwarzkopf (Bronze), doch die Paderbornerin scheint 2009 ein eher schwaches Jahr zu haben, ist mit 6355 Zählern Neunte in der Welt.

Ein Platz unter den Top 10 ist das Ziel der Geher Andre Höhne (Berlin) und Sabine Krantz (Wattenscheid) über 20 Kilometer. Den Weg ins Finale müssen sich am Wochenende einige andere Medaillenhoffnungen bahnen. Dies gilt am Samstag vor allem für Stabhochspringerin Silke Spiegelburg (Leverkusen), Zweite der Hallen-EM und Sechste der Weltrangliste, und am Sonntag für ein medaillendekoriertes Speer-Duo.

"Ich hatte viele gute, scharfe Trainingswürfe, alles scheint wieder im Lot nach den schwachen Wettkämpfen der letzten Wochen", sagt die zweimalige WM-Zweite Christian Obergföll. Europameisterin Steffi Nerius hofft trotz Rückenbeschwerden zum Karriereende auf die siebte internationale Medaille seit 2007.

© 2009 Sport-Informations-Dienst, Neuss

14.08.2009

Campbell-Brown glaubt fest an Titelverteidigung

Sprint-Königin Veronica Campbell-Brown sieht ihre Mission Titelverteidigung bei der Leichtathletik-WM über 100m trotz einer sechswöchigen Trainingspause während der Saison nicht gefährdet. "Ich bin definitiv in guter Form und habe keine Verletzungssorgen mehr. Außerdem wird der Sprint ohnehin im Kopf entschieden, und ich glaube sehr stark an mich", sagte die Jamaikanerin auf einer Pressekonferenz zwei Tage vor den ersten 100m-Vorläufen der Frauen am Sonntag.

Im Frühjahr hatte Campbell-Brown zunächst mit einer Zehenverletzung und dann mit Achillessehnenproblemen zu kämpfen.

Auch für das Duell mit der amerikanischen Weltjahresbesten Allyson Felix (21,88 Sekunden) über die doppelte Distanz sieht sich die 27-Jährige (22,37) gerüstet: "Wenn ich die Kurve töte, dann ist das Rennen für mich schon im Sack." In Peking hatte das bei ihrem Olympiasieg über 200m gut geklappt.

© 2009 Sport-Informations-Dienst, Neuss

12.08.2009

Stefan Matschiner belastet deutschen Top-Läufer

Ein deutscher Meister als Doping-Kunde, mehrere korrupte WADA-Labore, fehlende Kontrollen bei der Sprint-Großmacht Jamaika: Ein Bericht der ARD wirft kurz vor dem Startschuss der WM in Berlin am Samstag einen Doping-Schatten auf die Leichtathletik und verstärkt die Zweifel an der Sauberkeit der olympischen Kernsportart. In der Reportage "Geheimsache Doping", die in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag (0.00 Uhr) ausgestrahlt wird, offenbaren zwei ehemalige Doping-Drahtzieher erhebliche Defizite und sogar Korruption in der Doping-Bekämpfung. Sie belasten einen deutschen Athleten sowie die Überflieger aus Jamaika.

Stefan Matschiner, österreichischer Sportmanager und eine der Schlüsselfiguren im Dopingskandal seiner Heimat, erklärte, er habe jahrelang einen deutschen Top-Läufer mit Designer-Steroiden versorgt. Der aus rechtlichen Gründen von der ARD namentlich nicht genannte Sportler wurde nach ARD-Angaben in diesem Jahr deutscher Meister. "Wir hatten nie direkten Kontakt. Es lief über Mittelsmänner", sagte Matschiner, der unter anderem auch den Rad-Profi Bernhard Kohl von Anfang 2006 bis Mitte 2008 mit Dopingmitteln wie EPO oder Wachstumshormonen versorgt haben soll.

Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes DLV, forderte Matschiner und die ARD auf, "Ross und Reiter" zu nennen. "Es ärgert mich, wenn Verdächtigungen ausgesprochen werden, ohne dass Beweismittel auf den Tisch kommen", sagte Prokop dem Sport-Informations-Dienst (SID): "Behauptungen, die im Nebel verschwinden, helfen uns nicht weiter. Wenn die Aussagen belastbar sind, dann gibt es keinen Grund, den Namen zurückzuhalten." Erst dann könne er aktiv werden, meinte der Kelheimer Amtsgerichtsdirektor.

WADA-Labore angeblich bei Vertuschungen behilflich

Dass seine Sportler nicht auffliegen, gehörte laut Matschiner zu seiner "Rundumversorgung". Behilflich waren ihm dabei angeblich Mitarbeiter von offiziell akkreditierten Laboren der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) in Mitteleuropa. Er habe sich mit den Mitarbeitern getroffen, Geld sowie Urinproben seiner Klienten übergeben und im Gegenzug erfahren, welches Ergebnis ein Test bringen würde.

WADA-Generaldirektor David Howman zeigte sich entsetzt über diese Information und kündigte Ermittlungen an. "Es wäre skandalös und einer der schlimmsten Regelbrüche überhaupt", sagte der Neuseeländer.

Jamaikas Leichtathletik gerät in Verruf

In Erklärungsnot könnte auch der frühere Agent des bei Olympia 1988 überführten Ben Johnson, Robert Wagner, geraten. Der zweite Insider des Berichts, der Mexikaner Angel Heredia, enthüllte, er habe von 2004 bis 2005 Geschäfte mit dem Manager gemacht. Wagner war in dieser Zeit auch für deutsche Spitzen-Leichtathleten im Einsatz. Der Österreicher stritt die Vorwürfe gegenüber dem SID ab: "Ich habe Herrn Heredia in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen oder gesprochen, auch nicht über Mittelsmänner."

Ins Zwielicht gerät durch den Bericht auch die jamaikanische Leichtathletik. Zwar sprach Herb Elliott, Chef der Jamaikanischen Anti-Doping-Kommisson (JADCO) von zahlreichen Tests im Vorfeld von Olympia in Peking, dem widersprach jedoch Stephen Francis, Trainer des ehemaligen 100-m-Weltrekordlers Asafa Powell: Kein einheimischer Kontrolleur habe Tests gemacht, außer bei den nationalen Meisterschaften. Laut Hajo Seppelt, ARD-Dopingexperte und Autor des Beitrags, haben die beiden Insider Matschiner und Heredia keinerlei Honorar für ihre Aussagen erhalten.

© 2009 Sport-Informations-Dienst, Neuss

14.08.2009

Kulturstadion für WM-Showprogramm eröffnet

Berlins regierender Bürgermeister Klaus Wowereit hat das Kulturstadion zur Leichtathletik-WM am Brandenburger Tor eröffnet. Wowereit gab auf der blauen Laufbahn des dem Olympiastadion nachempfundenen Veranstaltungsortes den Startschuss für einen symbolischen Eröffnungslauf, an dem 800-m-Weltrekordler Wilson Kipketer teilnahm.

"Wir haben alles getan, damit die Athleten bei dieser WM beste Bedingungen haben. Jetzt hoffen wir auf gute Leistungen und möglichst viele deutsche Medaillen", sagte Wowereit. "Wir wollen spannende Wettkämpfe. Die Welt ist zu Gast in Berlin", sagte Präsident Clemens Prokop vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV).

Im Kulturstadion auf der Ostseite des Brandenburger Tores wird an den neun WM-Tagen ein Showprogramm unter dem Motto "Körper - Kunst der Bewegung" mit zahlreichen internationalen Gästen stattfinden. Als Höhepunkt wird am 23. August der englische Stargeiger Nigel Kennedy auftreten.

© 2009 Sport-Informations-Dienst, Neuss

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