BERLIN

13.06.2010 | Berlin
Airshow mit Rekordabschlüssen und 235 000 Gästen
Auf der größten deutschen Luftfahrtmesse ILA hat die Branche mit 14 Milliarden Euro (16,4 Mrd. US-Dollar) Rekordabschlüsse verzeichnet, wobei auf Airbus der größte Brocken entfiel. Vor zwei Jahren waren es insgesamt gut fünf Milliarden Euro gewesen. Und es gab wieder einen Ansturm zum ILA-Gelände am Flughafen Schönefeld. Zur 10. Berlin Air Show kamen knapp 235 000 Besucher, teilte die Messe Berlin zum Abschluss am Sonntag mit. Im Vorfeld war die Zahl von mehr als 200 000 Gästen genannt worden. Auch für mittelständische Anbieter habe sich der Weg in die Hauptstadtregion gelohnt. Der größte Teil der 1150 Aussteller aus 47 Ländern sei mit dem Geschäft zufrieden.
Der europäische Flugzeugbauer Airbus konnte kräftig absahnen und meldete insgesamt Aufträge für 67 Flugzeuge im Gesamtwert von 12,7 Milliarden Euro (15,3 Mrd. Dollar). Zum ILA-Beginn verblüffte das Unternehmen die internationale Branche mit einem Mega-Deal. Die arabische Airline Emirates kaufte auf einen Schlag 32 Maschinen des weltgrößten Verkehrsflugzeugs A380 für 11,5 Milliarden Dollar. Es war der größte Einzelauftrag für den Superjet und der größte in der Zivilluftfahrt.
Das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» berichtete, Emirates habe für die Unterzeichnung auf die Anwesenheit von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bestanden. Wegen der überragenden Bedeutung des Auftrags habe man der Forderung des Airbus-Kunden nachgegeben. Thomas Enders, der auch Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) ist, wurde in der Halbzeitbilanz mit den Worten zitiert: «Als Chef von Airbus habe ich ein großes Interesse daran, die ILA aufzuwerten und deshalb werden unsere Abschlüsse hier getroffen und nicht woanders.»

Der US-Konkurrent Boeing ist seit Jahren nicht auf der ILA vertreten. In diesem Jahr hatte Boeing allerdings einen kleinen Stand gemietet. Die Aussteller äußerten sich größtenteils zufrieden. Nach Angaben der Messe Berlin haben zwei Drittel das Geschäft an den sechs Tagen mit gut bis befriedigend bewertet. Ebenso viele erwarteten noch ein sehr gutes Nachmessegeschäft. «Der geschäftliche Stellenwert der ILA war noch nie so hoch wie in diesem Jahr», wird Messe- Geschäftsführer Raimund Hosch zitiert. Fast 90 Prozent der Aussteller hätten die Absicht bekundet, sich an der ILA 2012 wieder zu beteiligen.
Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) meinte: märkische Unternehmen hätten zahlreiche neue Aufträge akquirieren können. «Das ist für mich sehr erfreulich und es zeigt, dass sich unser Engagement für die Durchführung der ILA in Schönefeld auch in den nächsten Jahren gelohnt hat.»
Die Luftfahrtschau war für Fach- und Privatbesucher gleichermaßen interessant. Es seien 125 000 Fachbesucher gekommen, etwa 5000 mehr als im vergangenen Jahr. Die Airshow findet 2012 nicht mehr an angestammten Platz statt, sondern zieht in das nahe gelegene Selchow um. Denn nach dem Betriebsbeginn des Hauptstadtflughafens BBI ist am bisherigen Standort kein Platz mehr. Die ILA 2012 findet vom 12. bis 17. Juni statt.
Quelle: dpa

08.06.2010 | Berlin
Merkel eröffnet ILA - Luftfahrtmesse beginnt mit Megaauftrag für Airbus
Mit einem Megadeal in zweistelliger Milliardenhöhe hat Airbus zum Auftakt der Luftfahrtmesse ILA die internationale Branche verblüfft. Die arabische Fluggesellschaft Emirates hat auf einen Schlag 32 Maschinen des weltgrößten Verkehrsflugzeugs A380 bestellt.
Mit einem Volumen von 11,5 Milliarden Dollar ist es der bisher größte Einzelauftrag für den Superjet und der größte in der Zivilluftfahrt. «Wir sind sehr stolz darauf. Das ist ein starkes Zeichen des Vertrauens in die A380 und Airbus», verkündete Airbus- Chef Thomas Enders am Dienstag auf der Berlin Air Show. Für Aufregung sorgte auf der Messe die geplante Luftverkehrsabgabe des Koalitionssparpakets, die heftigen Widerstand der Luftfahrtbranche auslöste.
Airbus räumte zum ILA-Auftakt richtig ab: Auch von der brasilianischen Airline TAM ging ein Großauftrag für Airbusse im Katalogwert von 2,9 Milliarden Dollar ein. Mit der Emirates- Bestellung hat der Flugzeugbaukonzern und Boeing-Rivale bereits zwölf A380 mehr verkauft als bislang für das Gesamtjahr 2010 geplant war.

Der A380-Auftrag bestätigt die Emirates-Strategie, Dubai zur zentralen Drehscheibe des weltweiten Flugverkehrs aufzubauen. Auf die Frage, wozu er so viele Flugzeuge brauche, sagte Emirates-Chef Scheich Ahmed bin Said al-Maktum: «Das geht nicht darum, eine Sammlung aufzubauen. Emirates ist eine der stärksten Marken weltweit. Die A380 ist unser Flaggschiff. Fast die Hälfte unserer Flotte wird für die neuen Märkte genutzt.» Emirates war mit 58 Bestellungen schon bisher größter A380-Kunde. Weltweit sind bisher 30 A380 im Einsatz.
Die Lufthansa hatte mit dem Transport der deutschen Fußball- Nationalmannschaft nach Südafrika ihre erste A380 in Betrieb genommen. Der Luftfahrt-Koordinator der Bundesregierung, Peter Hintze forderte die USA auf, bei der Vergabe des Auftrags für 179 Tankflugzeuge, Airbus eine faire Chance einzuräumen.
Der Milliarden-Auftrag wurde beim ILA-Rundgang von Bundeskanzlerin Angela Merkel bekanntgegeben. Merkel hatte dabei das am Montag vorgestellte Sparpaket ihrer Regierung verteidigt. «Es war für uns sehr wichtig, den Schwerpunkt auf Forschung, Entwicklung und Bildung zu legen.» Allerdings ging sie mit keinem Wort auf die angekündigte Ticketabgabe für die Luftfahrt ein. Vom kommenden Jahr an soll eine «ökologische Luftverkehrsabgabe» für Flüggäste jährlich eine Milliarde Euro in die Staatskasse bringen.
Die Abgabe wurde von der Luftfahrtbranche scharf kritisiert. Verbraucherschützer warnten davor, diese Gebühren einfach an die Kunden weiterzugeben. Die Bundesregierung habe die Abgabe in ihrem Gesamtpaket den Belastungen der Wirtschaft zugeordnet. Die Abgabe soll für alle Passagiere erhoben werden, die von deutschen Flughäfen starten. Der Weltluftfahrtverband IATA kritisiert die Pläne als «kurzsichtige und unverantwortliche Politik übelster Art». Zustimmung kam hingegen vom viertgrößten deutschen Reiseveranstalter Alltours.

Die Lufthansa-Tochter Germanwings erwägt eine Abwanderung in die Niederlande, sollte die Abgabe einführt werden. «Diese Abgabe ist ein Förderprogramm für ausländische Airlines und ausländische Flughäfen», sagte ein Germanwings-Sprecher. Unklar ist, wie hoch die Abgabe sein könnte. Die Arbeitsgemeinschaft der Verkehrsflughäfen (ADV) kam in einer ersten Schätzung auf einen Ticketaufschlag von 14 Euro. Dabei sei die Zahl von jährlich 90 Millionen Starts an den heimischen Airports zu Grunde gelegt und und angenommen worden, dass die Abgabe für einen Umsteigeflug Hamburg-Frankfurt-New York nur einmal fällig wird.
Die größte deutsche Luftfahrtschau meldet mit mehr als 1150 Ausstellern aus 47 Ländern eine Rekordbeteiligung. In Berlin- Schönefeld gibt auch dieses Mal mit mehr als 300 Fluggeräte mehr Flugzeuge zu sehen als auf jeder andern Luftfahrtschau der Welt, erklärte die Messe Berlin. Absoluter ILA-Star ist der europäische Militärtransporter A400M, der erstmals auf einer Messe zu sehen ist. Das Testflugzeug mit der Seriennummer 001 wurde auf der Air Show direkt neben die A380 der Deutschen Lufthansa geparkt.
Zahlreiche Bundeswehrsoldaten brachten sich für Fotos in Positur - jedoch lieber vor der A380 der Lufthansa. «Bis der andere Flieger abhebt, dauert das noch ein Weilchen», sagte einer. Die Bundeswehr ist größter Kunde für den Militärtransporter, muss wegen zeitlicher Verzögerungen des Programms aber länger als geplant auf das Flugzeug warten. Die Entwicklung hat sich um mehrere Jahre verzögert und mehr als 25 Prozent verteuert. Die erste A400M soll Anfang 2013 an die französischen Streitkräfte gehen. Für Aufsehen sorgte der Auftritt von Top-Model Eva Padberg auf der ILA, die vor einer A380 von Emirates und in einer Suite des Superjets posierte.
Auf der ILA ist traditionell die Raumfahrt stark vertreten. In einem «Space-Pavillon» werden mit Exponaten und Bildern Anwendungsfelder der Raumfahrt wie Erdbeobachtung, Navigation und auch Telekommunikation erläutert. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) kündigte eine engere Kooperation mit der amerikanischen Weltraumbehörde NASA an.




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