BERLIN

09.06.2010 | Berlin
Proteste gegen Bildungssystem in Berlin
Mit Trillerpfeifen und Slogans auf ihren Körpern haben Schüler, Auszubildende und Studenten in Berlin für ein besseres Bildungssystem demonstriert. Bei sommerlicher Hitze versammelten sie sich am Mittwochmittag vor dem Roten Rathaus. Nach Veranstalterangaben waren mehrere tausend Teilnehmer zur Kundgebung gekommen, die Polizei schätzte die Zahl auf etwa 1000. Das Bündnis Bildungsstreik hatte bundesweit zum Protest aufgerufen. Dieser richtete sich gegen Gebühren und Einsparungen sowie eine mangelhafte Umsetzung der Schul- und Studienreformen. Die Demonstration sollte über die Friedrichstraße bis zur Humboldt-Universität führen.

An diesem Donnerstag wollen Bund und Länder in Berlin über eine bessere Finanzierung von Bildung und Forschung beraten. Das Bündnis hat zu diesem Anlass eine Fahrrad- Demonstration angekündigt. Sie soll von der Hessischen Landesvertretung zum Kanzleramt führen.
Für den Bildungsstreik hatten sich Schüler und Berufsschüler mit Studenten zusammengetan. «Wir haben nicht immer dieselben Probleme, aber in den Kernforderungen sind wir uns einig», sagte der Anmelder der Berliner Demo, Student Erik Marquardt, am Mittwoch.
Mit Plakataufschriften wie «Geld für Bildung, nicht für Banken» machten die Jugendlichen ihrem Ärger über eine ihrer Ansicht nach nicht ausreichende Finanzierung der Ausbildungsstätten Luft. Gebäude müssten dringend renoviert werden, überall fehle es an Lehrmaterial. Die Demonstranten forderten, jegliche Gebühren abzuschaffen: Bildung müsse umsonst sein. Nach Meinung der Jugendlichen wird die Chancengleichheit durch das mehrgliedrige Schulsystem und zugangsbeschränkte Studiengänge verbaut. Der Protest richtet sich zudem gegen eine Verschulung des Studiums.

In Berlin beteiligten sich besonders viele Schüler an der Demonstration. «Auf uns lastet ein wahnsinniger Druck, seit die Schuldauer von 13 auf 12 Jahre gekürzt wurde», sagte eine Schülerin aus Schöneberg. Man müsse eigentlich das gesamte Schulsystem umstrukturieren, damit das Lernpensum zu schaffen sei.
Auch nach dem bundesweiten Tag des Bildungsstreiks sollen die Proteste in Berlin fortgesetzt werden. So wollen sich Auszubildende am Samstag an der geplanten Demonstration gegen Sozialabbau unter dem Motto «Wir zahlen nicht für eure Krise» beteiligen. Zuletzt hatten Berliner Studenten im Herbst 2009 demonstriert und dabei auch Gebäude von Banken und Hochschulen besetzt.
Quelle: dpa
Berliner Bildungsstreik: www.bildungsstreik-berlin.de
Bundesweiter Bildungsstreik: www.bildungsstreik.net
Demo gegen Sozialabbau am Samstag... »




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