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BERLIN

 

08.03.2009

Hertha BSC Berlin vs. Energie Cottbus
Fotos

12.08.2009

Bei Fehlstart folgt ab 2010 die Disqualifikation

Null Toleranz bei Fehlstarts, aber viel Spielraum für Doper: Anders als bei Olympia dürfen gedopte Leichtathleten auch künftig bei den ihren Sperren folgenden Weltmeisterschaften starten. Dagegen werden Sprinter, die zu früh aus den Blöcken gehen, ab 1. Januar 2010 sofort disqualifiziert. Der Kongress des Weltverbandes IAAF beschloss die "Null-Fehlstart-Regel" auf seinem 47. Kongress in Berlin (97:55-Stimmen).

Beschluss "gegen den Willen der Mehrheit der Athleten"

"Das ist ein Beschluss gegen den Willen der Mehrheit der Athleten", meinte Frankie Fredericks, ehemaliger 200-m-Weltmeister aus Namibia und Sprint-Berater des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). Dagegen war IAAF-Council-Mitglied Helmut Digel, der als Chef der Marketingkommission in die Vergabe der Fernsehrechte eingebunden ist, erleichert: "Das war wichtig, wir brauchen endlich ein verlässliches Produkt, dass einen Zeitplan einhalten kann."

Seit 1. Januar 2003 gilt die derzeitige Regelung, nach der pro Rennen ein Fehlstart erlaubt ist. Erst beim zweiten vergeblichen Anlauf muss der Schuldige die Bahn verlassen - egal, ob er schon für den ersten Fehlstart verantwortlich war oder nicht. Diese Lücke in der Regel 162, Punkt 7 nutzen viele Athleten, um im ersten Versuch zu zocken, was vor allem von den Fernsehsendern kritisiert worden war.

Mit der beschlossenen Reform will sich die Leichtathletik im Wettstreit der Sportarten auf dem heiß umkämpften TV-Markt besser positionieren und zuschauerfreundlicher werden. Denn bei Fehlstarts zappt das Publikum regelmäßig weg.

"Die Einführung 2010 ist für die Athleten die Chance, sich daran zu gewöhnen. Im nächsten Jahr finden keine großen Meisterschaften statt", sagte IAAF-Präsident Lamine Diack (Senegal). Vor vier Jahren war der Vorschlag schon einmal der Vollversammlung der 213 IAAF-Mitgliedsländer vorgelegt worden. Damals kam es noch zu einer Vertagung.

Heftige Kritik übte Digel an der verpassten Chance im Anti-Doping-Kampf. Ein Antrag Schwedens, Ex-Doper von der folgenden Weltmeisterschaft auszuschließen, wurde nach kurzer Diskussion zurückgezogen. Rechtsexperten hätten von einer solchen Regelung abgeraten, hieß es. Sie sei leicht zu kippen: "Wir sollten nichts beschließen, was wir nicht durchsetzen können", meinte Diack.

"Immer nur tricksen. Die Weltmeisterschaften gehören doch uns. Wir hätten es probieren müssen", meinte der Tübinger Sportwissenschaftler Digel.

In den Startlisten für die am Samstag beginnende WM in Berlin stehen über ein Dutzend Ex-Doper. Darunter sind die beiden russischen Goldfavoritinnen Tatjana Lysenko (Hammer) und Natalja Sadowa (Diskus), die den beiden deutschen Titelverteidigerinnen Betty Heidler und Franka Dietzsch den Weg zu den Medaillen verstellen könnten.

Über zwei Dutzend Top-Athleten fehlen, weil sie aktuell gesperrt sind, dürfen aber 2011 in Daegu wieder starten, obwohl sie 2012 bei Olympia in London vom IOC ausgeschlossen werden.

© 2009 Sport-Informations-Dienst, Neuss

16.08.2009

Oeser verbessert sich auf Rang zwei

Siebenkämpferin Jennifer Oeser ist nach fünf Disziplinen der Leichtathletik-WM in Berlin auf Rang zwei punktgleich mit Olympiasiegerin Natalja Dobrynska (Ukraine/beide 4795) vorgerückt. Die Leverkusenerin schaffte im Weitsprung gute 6,42m und kann sogar von Silber träumen, wobei Dobrynska, die im Weitsprung mit für sie schwachen 6,41 enttäuschte, die bessere Speerwerferin ist, dafür aber über 800m leichte Nachteile hat. Klar in Führung liegt die WM-Vierte Jessica Ennis aus Großbritannien, die mit 5064 Punkten (6,29m) fast uneinholbar ist.

Allerdings werden Oeser und Dobrynska von der Polin Kamila Chudzik verfolgt, die nach 6,55 im Weitsprung und 4793 Punkten nur zwei Zähler Rückstand auf Oeser und Dobrynska hat. Sogar die sechstplatzierte Neubrandenburgerin Julia Mächtig hat noch Chancen auf Bronze nach 6,36m im Weitsprung und nur 75 Zählern Rückstand auf Rang drei (4720).

"Es liegt alles so eng beieinander, das wird sich nach dem Speerwerfen nochmal schön durchmischen. Jetzt muss der Speer weit fliegen, dann sehen wir weiter", sagte die 25-jährige Oeser.

Erleichtert war Mächtig, die nach zwei ungültigen Versuchen erst im dritten Anlauf eine Weite zustande brachte: "Ich wusste gar nicht, dass ich so schnell laufen kann. Die Zuschauer haben mich getragen. Ich bin so froh, dass der Sprung noch gut geworden ist."

Die EM-Dritte Lilli Schwarzkopf war am ersten Tag wegen einer Fußverletzung ausgestiegen.

© 2009 Sport-Informations-Dienst, Neuss

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