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BERLIN

 

21.06.2010 | Berlin

Senat will Luftraum Flugzeug-Oldtimer nicht sperren

Trotz der Bruchlandung einer 66 Jahre alten Douglas DC-3 in Schönefeld sieht der Senat keinen Anlass, Flüge mit historischen Maschinen über Berlin zu verbieten. «Dafür gibt es keine Notwendigkeit», sagte Mathias Gille, Sprecher der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, der «Berliner Zeitung» (Dienstag). Entscheidend sei, ob ein Flugzeug den Bestimmungen zufolge als tauglich gilt. Bei dem früheren «Rosinenbomber», der am Sonnabend mit 28 Menschen notlanden musste, sei das der Fall gewesen. «Er war praktisch runderneuert, kein Bauteil war älter als 1981», sagte Gille. Forderungen der Grünen, den Berliner Luftraum für Oldtimer-Flugzeuge zu sperren, seien ein «Sturm im Wasserglas».

Rosinenbomber Notlandung | YouTube
Video Fotos

Unterdessen wurde bekannt, dass es in den vergangenen Jahren drei Vorfälle mit der Unglücksmaschine gegeben hat. Als das  umgebaute Frachtflugzeug 2001 von Coventry nach Berlin überführt werden sollte, musste es zunächst am Boden bleiben. Das Personal hatte einen Zylinderkopfriss nicht erkannt, berichtete Heinz-Dieter Kallbach, Chefpilot der DC-3 von 2001 bis 2007. Während einer Luftfahrt-Show im Juli 2003 in Tschechien war auch eine Notlandung wegen eines Zylinderkopfrisses erforderlich. Der «Berliner Zeitung» zufolge trat zudem 2005 während eines Rundflugs über Berlin eine Überhitzung des Schmierstoffsystems auf. Der Flugkapitän schaltete das betroffene Triebwerk aus, um mit nur noch einem Motor sicher in Tempelhof zu landen.

Die jetzige Bruchlandung ereignete sich am vergangenen Samstag beim Start zu einem Rundflug. Kurz nach dem Abheben fiel nach Angaben von Air Service Berlin aus noch ungeklärter Ursache das linke Triebwerk aus. Bei der Notlandung auf einer Baustellen-Zufahrtsstraße ging das rechte Triebwerk in Flammen auf. Sieben der 28 Flugzeuginsassen wurden verletzt.

Quelle: dpa

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