BERLIN

30.06.2010 | Berlin
Momper hört nach mehr als 30 Jahren im Parlament auf
Der Berliner Parlamentspräsident Walter Momper (SPD) zieht sich nach mehr als 30 Jahren im Abgeordnetenhaus aus der Politik zurück. Er wolle 2011 nicht erneut für das Landesparlament kandidieren, sagte Momper am Mittwoch. Seine Projektentwicklungsfirma will der 65-Jährige aber weiterführen. Über 30 Jahre in der Politik, das sei genug, so das Resümee des Ex-Regierungschefs, der den ersten rot-grünen Senat in Berlin von 1989 bis 1991 geführt hat. Seit 2001 steht Momper an der Spitze des Abgeordnetenhauses. «Ich will ja nicht auf dem Präsidentenstuhl sterben», sagte der SPD-Politiker der «Bild»-Zeitung.

Die Entscheidung habe er bereits vor mehr als einem Jahr zusammen mit seiner Frau getroffen, die seit zwei Jahren als Lehrerin pensioniert sei, sagte Momper am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa. Nach dann mehr als 31 Jahren im Abgeordnetenhaus nicht mehr an Termine und das Protokoll gebunden zu sein, darauf freue er sich schon. «Es waren 31 interessante Jahre, aber Politik ist oft auch mühselig. Da gibt es viele bittere Enttäuschungen und Niederlagen, und vieles wiederholt sich. Also dann reicht es.» Künftig will der SPD-Politiker viel reisen.
Der umtriebige SPD-Politiker hat eine bewegte Politikkarriere mit allen Höhen und Tiefen hinter sich. 1975 mit 29 Jahren erstmals ins Abgeordnetenhaus eingezogen, führte er zehn Jahre später Partei und Fraktion in Personalunion. 1989 wurde er von dem ersten rot-grünen Senat zum Regierenden Bürgermeister gewählt. Zwei Jahre später nach dem Bruch des Senats unterlag Momper bei der ersten Gesamtdeutschen Wahl deutlich seinem CDU-Konkurrenten Eberhard Diepgen. 1992 musste er nach parteiinterner Kritik auch den SPD-Vorsitz abgeben. Auch ein Comeback-Versuch 1999 misslang. Als SPD-Spitzenkandidat verlor Momper die Wahlen haushoch gegen Amtsinhaber Diepgen. Seit 2001 ist Momper Parlamentspräsident.




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