BERLIN

01.08.2010 | Berlin
Umfrage: Künast überflügelt Wowereit
Gut ein Jahr vor der Abgeordnetenhauswahl liegen die Berliner Grünen in einer Meinungsumfrage erstmals mit den Sozialdemokraten gleichauf. Ihre mögliche Spitzenkandidatin Renate Künast hat den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) in der Wählergunst sogar überflügelt. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa kommt die Öko-Partei aktuell auf einen Stimmenanteil von 27 Prozent und läge damit gleichauf mit der SPD. Die Umfrage wurde von der «Berliner Zeitung» in Auftrag gegeben und am Samstag veröffentlicht.
«Wir freuen uns natürlich über die steigende Zustimmung in der Bevölkerung, sind uns aber auch bewusst, dass damit hohe Erwartungen an uns verbunden sind», sagte die Chefin der Grünen-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, Ramona Pop, der dpa am Sonntag. Es gehe in der Wahl im kommenden Jahr darum, wer regieren werde. «Wir wollen regieren und grüne Kernthemen umsetzen», sagte Pop.

Die Grünen würden mit den aktuellen Zahlen ihr Wahlergebnis von 2006 verdoppeln. Auf die Frage, für wen sie sich bei einer Direktwahl des Berliner Senatschefs entscheiden würden, nannten 40 Prozent Künast. 37 Prozent votierten für Wowereit. Künast ist derzeit Fraktionschefin der Grünen im Bundestag. Ob sie als Spitzenkandidatin der Berliner Grünen aufgestellt wird, soll laut Pop bis Jahresende entschieden werden.
Forsa befragte zwischen dem 19. und 29. Juli insgesamt 1005 repräsentativ ausgewählte Berliner. Die Linke - Wowereits derzeitiger Koalitionspartner - kommt in der Umfrage auf 17 Prozent. Das sind zwei Punkte weniger als im Vormonat. Für die FDP verbuchen die Meinungsforscher einen Zuwachs um einen Punkt auf vier Prozent. Die CDU verliert dagegen weiter und liegt der Umfrage zufolge jetzt bei 17 Prozent.
Der Berliner CDU-Landes- und Fraktionsvorsitzende Frank Henkel will trotzdem mit dem Ziel in den Wahlkampf gehen, stärkste Kraft für einen Politikwechsel in der Hauptstadt zu werden. Eine Koalition mit den Grünen schließt er nicht grundsätzlich aus. Auf die Frage, ob er sich ein Regierungsbündnis mit den Grünen vorstellen könne, sagte Henkel dem «Tagesspiegel» (Samstag): «Die Wähler entscheiden, wer die Stadt führt. Dann müssen wir ausloten, wo es inhaltliche Brücken gibt. Es gibt welche, etwa bei den sauberen Energien oder bei der Haushaltskonsolidierung. Es gibt aber auch Unterschiede, etwa bei der Integration und der Bildung.»




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