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Knut
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02.08.2010 | Berlin

Wieder Neues für Knut: Fans künftig weit weg

Nach der Rückkehr von Freundin Gianna nach München ändert sich für Eisbärstar Knut im Zoo Berlin das Leben bald schon wieder. «In vier bis acht Wochen zieht er um auf die große Eisbär- Anlage», sagte Heiner Klös am Montag der Nachrichtenagentur dpa. Dann wird auch für die Fans des Kult-Tieres alles anders.

Bisher winkt Knut mit der Tatze und wirft einen zerknautschten Fußball aus fünf Metern ins Publikum. Auf dem Eisbärfelsen mit den Weibchen Nancy, Katjuscha und Mutter Tosca wird er dagegen bis zu 25 Meter weit weg von den Menschen sein, zu denen er nach der Handaufzucht zu Pfleger Thomas Dörflein ständig Kontakt suchte.

Quelle: dpa
02.08.2010 | Berlin

Welcher Bär ist Knut?

Manche finden es putzig: Eisbärstar Knut braucht Kontakt zu Menschen. Kritiker sagen, er sei mehr «Menschbär» als Eisbär. Wenn in seinem künftigen Gehege das Publikum weit weg ist, soll sich das ändern.

Mehr als zehn Millionen Menschen haben seit März 2007 Berlins Eisbärstar Knut im Zoologischen Garten besucht. Die Fans und der Publikumsliebling - sie waren sich stets ganz nah. Gerade einmal fünf Meter entfernt von den Schutzgittern machte Knut Männchen, winkte im Blitzlicht der Kameras mit den Tatzen und warf immer wieder einen zerknautschten Fußball in die Menge an seinem Gehege. Doch mit dieser Art von Nähe und Vertrautheit ist es für Knut und seine Fans bald vorbei.

«In vier bis acht Wochen zieht er um auf den großen Eisbärfelsen», sagte am Montag Zoo-Biologe Heiner Klös der Nachrichtenagentur dpa. Dann muss sich Knut, der nach der weltweit bekanntgewordenen Handaufzucht von Pfleger Thomas Dörflein stark auf die Nähe von Menschen fixiert war, komplett umstellen. «Sein» Publikum, das er sich auch noch mit den Weibchen Nancy, Katjuscha und Mutter Tosca teilen muss, ist dann gut 25 Meter weit weg.

«Er soll ja Eisbär sein», kommentiert Zoologe Klös den Plan für den erneuten Umzug. «Wir wollen ihn ja nicht unbedingt dahin setzen, wo ihn das Publikum haben will, sondern wo es für ihn als Eisbär am besten ist.» Die geplante Ortsveränderung könnte auch im Sinne bisheriger Kritiker sein. Vertreter der Tierrechts-Organisation Peta, der Deutsche Tierschutzbund und in Berlin auch die Grünen-Abgeordnete Claudia Hämmerling hatten wiederholt beklagt, dass die Haltung Knuts geradezu zwangsläufig zu den beobachteten Verhaltensstörungen führte.

Zunächst hatte der Eisbär als Bezugsperson nur Thomas Dörflein, der vor Menschen aus aller Welt in der «Knut-Show» mit dem knuddelig weißen Tollpatsch spielte. Nach dem überraschenden Tod Dörfleins im September 2008 blieb es dabei, dass Knut ständig den direkten Kontakt zu Menschen in seiner Nähe suchte. Als er erstmals durch den Zuzug der Münchener Eisbärin Gianna Umgang mit seinesgleichen lernen musste, wich er wochenlang verschreckt und verängstigt zurück. Nur langsam gewöhnte er sich an seine Artgenossin, orientierte sich aber weiter eng am Publikum.

Mit Spannung müssen nun die Zoo-Experten, aber auch die Knut-Fans darauf hoffen, dass der Publikumsliebling mit der künftigen Situation zurechtkommt. Bären-Betreuer Klös würde sogar die Gefahr von Inzucht in Kauf nehmen. Auf dem großen Eisbärfelsen lebt Knut, der im Dezember vier Jahre alt und dann geschlechtsreif wird, zunächst auch mit Mutter Tosca zusammen, die das Eisbärbaby im Dezember 2006 nicht annahm.

«Wenn da einmal etwas passiert und es zur Paarung kommt, wäre das nicht so schlimm», sagte Klös. In freier Wildbahn machten die Eisbären keinen Unterschied. Solange kein genetischer Defekt vorliege, sei dies für einen möglichen Nachwuchs von Knut und Mutter Tosca nicht bedenklich, sagte Klös der Berliner «B.Z.».

Für die Fans wird die Sache auch nicht ganz einfach. Auf die Entfernung können sie ihren Liebling längst nicht so gut erkennen. «Wo ist Knut?» oder «Welcher ist Knut?» wird es oft heißen. Vielleicht legt der Zoo noch eine Schlammpfütze an, damit sich Knut als verdreckter «Braunbär» weiter von seinen künftigen drei Gefährtinnen unterscheiden kann. Denn Knut suhlt sich gern im Dreck.

Quelle: dpa

www.zoo-berlin.de

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