BERLIN

13.08.2010 | Berlin
Gedenken an den Mauerbau vor 49 Jahren
Mit Kränzen, Kerzen und Schweigeminuten erinnert Berlin heute an den Mauerbau vor 49 Jahren. An der Gedenkstätte in der Bernauer Straße legt Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) einen Kranz für die Opfer des DDR-Grenzregimes nieder.
Zuvor werden bei einer Andacht in der Kapelle der Versöhnung auf dem früheren Todesstreifen Kerzen entzündet. Zudem soll an der einstigen Grenze zwischen den Ortsteilen Treptow und Neukölln eine Straße den Namen des Maueropfers Chris Gueffroy bekommen. Der 20-Jährige war im Februar 1989 der letzte Flüchtling, der in Berlin von DDR-Soldaten erschossen wurde.
Am 13. August 1961 hatte die DDR-Führung begonnen, die Mauer hochzuziehen. Die deutsch-deutsche Teilung dauerte mehr als 28 Jahre. Am 9. November 1989 fiel die Mauer. In diesem Jahr feiert Deutschland am 3. Oktober den 20. Jahrestag der Wiedervereinigung.
Nach Angaben des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam kamen von 1961 bis 1989 mindestens 136 Menschen an der Berliner Mauer ums Leben. Insgesamt verloren zwischen 1945 und 1989 nach Recherchen des Berliner Mauermuseums mindestens 1393 Männer und Frauen durch das Grenzregime in der DDR und der Sowjetischen Besatzungszone ihr Leben.
dpa

13.08.2010 | Berlin
Hintergrund: Die Berliner Mauer - Symbol der Teilung
Die Berliner Mauer war mehr als 28 Jahre das Symbol der deutschen Teilung. Mit ihrem Bau wurde am 13. August 1961 begonnen - nur zwei Monate nach der Versicherung von DDR-Staatschef Walter Ulbricht Walter: «Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.» Erst am 9. November 1989 fiel das Bollwerk unter dem Druck der DDR-Bevölkerung. Der Mauerbau sollte das wirtschaftliche Ausbluten der DDR verhindern. Durch das Nadelöhr Berlin waren von 1949 bis 1961 rund 1,6 Millionen Menschen in den Westen geflüchtet. Die DDR nannte die Grenzbefestigungen propagandistisch den «antifaschistischen Schutzwall». So sollte eine Bedrohung aus dem Westen suggeriert werden, gegen die sich die DDR mit der Mauer schützen müsse.

Die innerdeutsche Grenze von der Lübecker Bucht bis zur damaligen deutsch-tschechoslowakischen Grenze bei Hof hatte eine Länge von knapp 1400 Kilometern. Die DDR hatte hier schon 1952 begonnen, umfangreiche Sperranlagen zu errichten. Die Mauer um den Westteil Berlins war 155 Kilometer lang und knapp vier Meter hoch. Hier befand sich auch der «Todesstreifen» - ein 100 Meter breiter und schwer bewachter Korridor. Rund 11 500 Soldaten kontrollierten die Grenze rund um die geteilte Stadt. Hunderte Wachhunde und Beobachtungstürme sollten die «Republikflucht» verhindern. Dazu kamen Fahrzeug-Sperrgräben, Tretminen und
Selbstschussanlagen.
Trotz der massiven Gefahren versuchten DDR-Bürger immer wieder, über die Mauer nach West-Berlin zu fliehen. Mehr als 5000 Menschen soll die Flucht gelungen sein. Nach Angaben des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam starben zwischen 1961 und 1989 mindestens 136 Menschen an der Mauer.




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