BERLIN

23.08.2010 | Berlin
Dani Levys neuer Film feiert Premiere
Im Film erinnert einiges an Woody Allen: «Das Leben ist zu lang», die neue Komödie von Dani Levy, hat am Montagabend in Berlin Premiere gefeiert. Auf dem roten Teppich: Markus Hering, Meret Becker, Veronica Ferres, Gottfried John und Elke Sommer. Zum Ensemble gehören außerdem Yvonne Catterfeld, Michael «Bully» Herbig und Karoline Herfurth. Kinostart ist am Donnerstag.
Beim Premieren-Publikum kam der Film gut an. «Süß gemacht» und «eine schöne Parabel auf das Filmgeschäft», fanden Zuschauer. Von Levy, der in Basel geboren wurde und in Berlin lebt, stammen Filme wie «Alles auf Zucker!» und «Mein Führer - Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler». In der neuen Komödie geht es um den neurotischen jüdischen Filmemacher Alfi Seliger (Hering). Dessen Ehe steht auf der Kippe, seine Kinder lachen über ihn und sein neues Filmprojekt will auch keiner haben. Selbst für einen Selbstmord ist Alfi zu tollpatschig.
dpa

23.08.2010 | München
Alles Traum? Dani Levy über die Lebensmitte-Krise
Alfi Seliger will eigentlich nur eines: Erfolg und seine Ruhe. Doch beides ist dem neurotischen Filmemacher nicht gegönnt. Zu allem Überdruss steht auch seine Ehe auf der Kippe, seine Kinder lachen über ihn und sein neues Filmprojekt will auch keiner haben.
Was soll er da noch weiterleben? Aber selbst für einen Selbstmord ist Alfi (Markus Hering) zu tollpatschig. Als er nach einer großen Dosis Tabletten wieder zu sich kommt, entspinnt sich eine verrückte Geschichte. Ist das wirklich sein altes Leben, in dem er wieder aufgewacht ist? Oder ist alles nur ein Film, bei dem niemand anders als der Regisseur Dani Levy die Fäden zieht? Realität, Fantasie und Zeit fließen ineinander und sind selbst für die Zuschauer irgendwann nicht mehr auseinanderzuhalten.
Mit einem hochkarätigen Schauspielerensemble hat Levy seinen neuen Film besetzt. Meret Becker als Alfis entnervte Ehefrau, Veronica Ferres und Gottfried John als Filmschauspieler im Film, Udo Kier als Psychiater und daneben noch zahlreiche Kurzauftritte: Ben Becker, Michael «Bully» Herbig, Karoline Herfurth und viele mehr.

Die Anklänge an Woody Allen sind unübersehbar: Ein neurotisch-nervöser und tollpatschiger Hauptdarsteller mit dick umrandeter Brille, intellektuell und jüdischen Glaubens. Ein Psychiater, auf dessen Liege er sich regelmäßig Rat holt und eine hübsche Ehefrau. Ein bisschen «Stadtneurotiker», ein bisschen «Manhattan», mal Komödie, mal Groteske. Das Hauptanliegen von Alfi: Er will einen lustigen Film drehen über den Streit um die Mohammed-Karikaturen, «Mo-haha-mmed lacht sich tot».
Die Meisterhaftigkeit, mit der Allen in vielen seiner Filme ein Feuerwerk an geistreichen, pointierten Witzen zündet, erreicht Levy allerdings nicht. Manche Scherze wirken bemüht, doch es gibt auch komische Szenen: Etwa wenn sich Seliger auf einer Filmparty zwischen die schicken Gäste drängt, sein Drehbuch aus einer Jutetasche zieht und es mit ernster Miene zu verkaufen versucht. Oder wenn seine Frau in ehrlicher Verzweiflung ausruft: «Ich brauche einen Mann und kein drittes Kind!».
Anstrengend wird der Film vor allem gegen Ende. Immer wieder wechselt die Geschichte zwischen Realität und Traum und es wird nicht so ganz klar, was dieses Hin- und Herspringen zwischen den Ebenen bedeuten soll. Schließlich taucht noch Regisseur Levy selber auf, der seiner Figur Alfi Seliger sehr ähnlich ist und seinem Alter Ego Regieanweisungen gibt. Eine chaotische und bisweilen wenig überraschende Geschichte über einen Mann, der sich mit allen Mitteln gegen die berühmte Krise in der Lebensmitte stemmt und dabei an den Rand seines Verstandes gerät.
dpa

Das Leben ist zu lang
Genre: Komödie
Produktion: Deutschland 2010
Laufzeit: 87 Minuten
Regie: Dani Levy
Darsteller: Markus Hering, Meret Becker, Veronica Ferres
www.daslebenistzulang.x-verleih.de
Kinostart: 26. August 2010
Wann und wo der Film in Ihrem Kino läuft, erfahren Sie hier...

Zum Inhalt des Films
Manchmal läuft im Leben eben alles schief. So geht es auch Regisseur Alfi Seliger (Markus Hering). Seine Kinder werden immer schwieriger, seine Ehe steht auf der Kippe und auch sein Therapeut nimmt ihn nicht ernst.
Als Alfie einen Suizidversuch überlebt, wendet sich das Blatt, und mit einem Mal widerfährt Alfi noch noch Gutes. Doch ist dies wirklich sein altes Leben, in das er zurückkehren durfte? Im Film von Regisseur Dani Levy («Alles auf Zucker!») sind die Anklänge an Woody Allen unübersehbar. Die Meisterhaftigkeit, mit der Allen in vielen seiner Filme ein Feuerwerk an geistreichen, pointierten Witzen zündet, erreicht Levy aber nicht.




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