BERLIN

08.09.2010 | Berlin
Marx und Engels sind verrückt
Auch Philosophen können verrückt werden. In Berlin gab es am Mittwoch den Beweis dafür, dass nach Friedrich Engels auch Karl Marx seine Sicht auf die Welt ganz plötzlich verändern kann. Ein Kran reichte aus, um den Vordenker des Sozialismus von seinem Denkmalsockel zu heben und meterhoch über den Dingen schweben zu lassen.
Die Vaterfiguren des Sozialismus, 1986 im Auftrag der DDR-Führung überlebensgroß in Bronze gegossen, waren zu einem Wechsel ihres Standpunkts gezwungen. Denn unter ihrem angestammten Platz in Berlins historischer Mitte wird die U-Bahn-Linie 5 gebaut, die 2017 den Alexanderplatz mit dem Brandenburger Tor verbinden soll. In ihr Exil, nur rund 80 Meter entfernt, werden die tonnenschweren Skulpturen mit einem Tieflader gefahren. Der plötzliche Positionswechsel hat Folgen: Marx und Engels blicken nun einige Jahre lang stramm Richtung Westen.

Die Emigration der Figuren, die bei Touristen als Fotomotiv sehr beliebt sind, erschien den Berliner Verkehrsbetrieben angemessener als die schützende Einhausung des Denkmals mitten auf einer Baustelle. Denn dann hätten Marx und Engels jahrelang ein Brett vor dem Kopf gehabt. Nun können die Fans der Philosophen wie bisher bei Karl Marx auf dem Schoß sitzen.
Quelle: dpa
BVG: www.bvg.de




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