BERLIN

21.09.2010 | Berlin
Neumann: Staatsoper Symbol für vereintes Deutschland
Die neue Oper in Oslo gilt als vorbildlich, was den Klang angeht. Die Berliner Oper Unter den Linden soll dem Vorbild nun nacheifern. Die Sanierungskosten von knapp 240 Millionen Euro sind gegen die 520 Millionen Euro Baukosten in Norwegen fast ein Klacks.
Trotz Finanzkrise wird die Berliner Staatsoper Unter den Linden für fast 240 Millionen Euro saniert. Beim festlichen Spatenstich am Dienstag nannte Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) das Traditionshaus ein Symbol für die Kultur im vereinten Deutschland. Der Bund beteilige sich mit 200 Millionen Euro an der Sanierung dieses ersten freistehenden Musiktheaters in Mitteleuropa.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit sagte: «Die Staatsoper unter den Linden zählt zum Kernbestand des kulturellen Erbes in Berlin. Die wechselvolle Geschichte des einstigen Knobelsdorff-Baus von 1741/43 bis heute spiegelt nicht nur Berliner, sondern deutsche Geschichte.»
Das Opernhaus im Berliner Stadtteil Mitte soll zur Verbesserung der Klangverhältnisse eine sogenannte Nachhallgalerie über dem dritten Rang bekommen. Zudem wird es denkmalgerecht saniert, die gesamte technische Ausstattung wird modernisiert. Die 200 Millionen Euro des Bundes kommen aus einem Fonds zum Erhalt des kulturellen Erbes in Deutschland, das Land Berlin übernimt mit privaten Förderern die restlichen 39 Millionen Euro.

Die Oper unter Leitung von Generalmusikdirektor Daniel Barenboim und Intendant Jürgen Flimm ist in der Zwischenzeit ins neu renovierte Schillertheater im Stadtteil Charlottenburg umgezogen. Dort wird die Saison am 3. Oktober mit der Uraufführung der Oper «Metanoia» eröffnet. Die Inszenierung wurde noch von dem inzwischen gestorbenen Regisseur Christoph Schlingensief konzipiert.
2013 soll die Sanierung des Hauses Unter den Linden abgeschlossen sein. Die Oper war von 1741 bis 1743 nach dem Entwurf des Architekten Georg Wenzeslaus Knobelsdorff errichtet und unter Friedrich dem Großen als Königliches Opernhaus eröffnet worden. Es war das erste Musiktheater Europas, das unabhängig von einem Schloss gebaut wurde. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde das Haus in den 50er Jahren von Leitung des Architekten Richard Paulick wieder aufgebaut.
Quelle: dpa
19.09.2010 | Berlin
Berliner Staatsoper mit Tradition - Vom Alten Fritz bis Barenboim

Die Berliner Staatsoper Unter den Linden kann auf eine über 260-jährige Geschichte zurückblicken und musste schon einige Umbauten über sich ergehen lassen. Sie wurde unter Friedrich dem Großen am 7. Dezember 1742 als Königliches Opernhaus am Boulevard Unter den Linden unweit des Stadtschlosses eröffnet. Das Opernhaus war das erste königliche Theatergebäude Deutschlands, das aus dem Schloss herausgelöst war. Es wurde nach den Entwürfen von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff und Friedrich II. errichtet.
Nach einem verheerenden Brand 1843 wurde es von Carl Friedrich Langhans wiederaufgebaut. Auch im Zweiten Weltkrieg wurde es stark beschädigt. Der Wiederaufbau nach dem Krieg wurde 1952 bis 1955 von Richard Paulick geleitet. Die Inschrift «Fridericus Rex Apollini et Musis» (König Friedrich, Apoll und den Musen gewidmet) wurde zunächst durch die «Deutsche Staatsoper» ersetzt. Bei einer Instandsetzung von 1983 bis 1986 wurde aber noch zu DDR-Zeiten wieder die ursprüngliche Inschrift angebracht. Mit ihren gut 1300 Plätzen ist die Berliner Staatsoper vergleichsweise klein.
Die beiden ersten Generalmusikdirektoren der Lindenoper waren Gaspare Spontini (1820-42) und Giacomo Meyerbeer (1842-45), zu den späteren 1. Kapellmeistern gehörte unter anderem Richard Strauss (1864-1949) und Erich Kleiber (1890-1956). Seit 1992 ist Daniel Barenboim Generalmusikdirektor.




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