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BERLIN

 

22.09.2010 | München/Berlin

ADAC ruft fehlerhafte Warnwesten für Schüler zurück

In der dunklen Jahreszeit sind gerade Kinder im Straßenverkehr besonders gefährdet. Sicherheitswesten des ADACs sollen für mehr Sicherheit sorgen. Nun wurden Mängel bei den Westen aus China festgestellt. Ihre Auslieferung verzögert sich daher um Wochen.

Fehlerhafte Warnwesten für Schulkinder hat der ADAC zurückgerufen. Die Westen aus chinesischer Produktion sollten kostenlos an Schulanfänger verteilt werden, ihre Reflektoren leuchteten bei Tests aber nicht wie vorgeschrieben. «Bei der Überprüfung in Deutschland wurde festgestellt, dass ein Reflektierband am unteren Rand der Weste fehlerhaft ist», sagte ein ADAC-Sprecher am Mittwoch in München.

Die Reflektoren strahlten demnach nicht die vorgeschriebenen 25 Meter zurück, wenn sie angeleuchtet werden. «Das ist überhaupt nicht schlimm. Kein Kind ist gefährdet, wenn es eine Weste anhat, die nur 20 statt 25 Meter strahlt, aber wir wollen die Westen trotzdem überarbeiten», sagte der Sprecher des Automobilclubs.

Die 750 000 rot-gelben Sicherheitswesten, von denen einige bereits an Schulen verteilt worden seien, kämen aus China und seien dort auch vom sächsischen Textilforschungsinstitut überprüft worden. Jetzt werden sie wieder eingesammelt. Die reflektierenden Bänder sollen in europäischen Nähereien übergenäht werden. Teurer wird das für den ADAC nach eigenen Angaben nicht. Die Firma CWS boco, die die Westen hergestellt habe, müsse die Kosten übernehmen. «Die Aktion findet ganz normal statt - nur später», sagte der ADAC-Sprecher.

In Berlin war der Startschuss für die symbolische Übergabe der Westen am Mittwoch gegeben worden - gut vier Wochen nach Schulbeginn. In Bayern, wo der ADAC seinen Hauptsitz hat, gingen die Sommerferien am 13. September zu Ende. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) sagte ihre Teilnahme an der symbolischen Übergabe der Westen in der Hauptstadt kurzfristig ab. Einem Bericht der «Märkischen Allgemeine» (Mittwoch) zufolge entsprechen die Warnwesten nicht der europäischen Norm.

Nach ADAC-Angaben wird sich die Auslieferung der Westen an rund 50 000 Schulanfänger in Berlin und Brandenburg durch die Rückrufaktion um drei bis vier Wochen verzögern. Ziel der gemeinsamen Aktion der ADAC-Stiftung «Gelber Engel» und der Deutschen Post ist es, den Schulweg der Jüngsten sicherer zu machen.

Die Verteilung der Westen erst im späten September sei aus ADAC- Sicht sinnvoll, da es erst dann schon morgens dunkel ist und die Westen die Kinder im Straßenverkehr besser erkennen lassen, sagte der Sprecher Carsten Zorger für Berlin und Brandenburg. Nach Angaben des ADAC-Vorsitzenden Walter Müller verunglücken Kinder im Herbst deutlich häufiger als im Sommer. Im vergangenen Jahr seien rund 30 000 Kinder im Straßenverkehr zu Schaden gekommen, 90 Kinder unter 15 Jahren starben.

 

Quelle: dpa

www.adac.de

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