BERLIN

29.09.2010 | Berlin
Berlin richtet 300 Krankenhausbetten mehr ein
Erstmals seit 20 Jahren baut Berlin seine Kapazität an Krankenhausbetten nicht mehr ab, sondern aus. Bis zum Jahr 2015 soll es in der Hauptstadt 20 600 Krankenhausbetten geben, heißt es im neuen Krankenhausplan, der am Dienstag vom Senat beschlossen wurde. Das sind 300 Betten mehr, als noch im Krankenhausplan 2006 für 2015 veranschlagt waren. «Damit sichert das Land Berlin die Krankenhausversorgung der Bevölkerung weiterhin in hoher Qualität», sagte Lompscher am Mittwoch. Ursprünglich hatte sie sogar ein Plus von 600 Betten gegenüber dem Plan von 2006 gewollt.
Seit der Wende wurden in Berlin die Betten in den Krankenhäusern schrittweise abgebaut. Zur Zeit sind es nach Angaben der Senatsverwaltung für Gesundheit in den 89 Krankenhäusern gut rund 20 900. Für die Zukunft geht die Gesundheitssenatsverwaltung jedoch wegen der alternden Bevölkerung wieder von einem höheren Bedarf aus: Vor allem in den Fachbereichen Geriatrie und Psychiatrie werden demnach in den nächsten Jahren mehr Betten benötigt.

Ein leichter Bedarfsanstieg wird auch in Neurologie und Dermatologie erwartet, während Pädiatrie oder Geburtshilfe bestenfalls stagnieren werden, heißt es im Plan. Eigentlich waren darin für 2015 sogar 21 500 Betten als Bedarf prognostiziert - wegen des Trends zu mehr Tageskliniken, ambulanten und teilstationären Angeboten sollen es nun jedoch nur 20 600 werden.
Ungeachtet des geplanten Kapazitätenausbaus muss die verschuldete Charité ihre Bettenzahl weiterhin deutlich verringern: Bis Anfang 2012 sollen die ersten 200 von geplanten 500 Betten gestrichen sein. Zielgröße bis 2015: 2700 Betten. Wie das genau geschehen soll, müssten jedoch noch «konkretisierte Fachabteilungs- und Standortplanungen» zeigen, hieß es. Auch bei nicht-öffentlichen Trägern sollen bereits 2012 insgesamt 200 Betten wegfallen.
Die Krankenkassen hatten den geplanten Berliner Kapazitätenausbau bereits im Frühjahr als unnötig und zu teuer bezeichnet. Die Krankenhäuser werden von den Krankenkassen und vom Land gemeinsam finanziert.




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