BERLIN
17.03.2009
17.03.2009
Gestrandete Finnin:
Die Finnin wurde jetzt auf dem Flughafen Schönefeld gesehen
Die hilflose Frau, die durch den Flughafen Tegel irrte, ist jetzt wieder aufgetaucht. Das berichtet die "BZ". Wie die Zeitung meldet, übernachte die finnische Staatsbürgerin seit mindestens drei Tagen im Flughafengebäude. Sie sei nicht geschminkt, wirke aber sehr gepflegt.
Der Bundespolizei sei der Fall der schönen Finnin bekannt, dürfe die Frau aber nicht in Gewahrsam nehmen. „Wir können die Dame nicht aus dem Gebäude verweisen, denn sie hat sich nichts zuschulden kommen lassen“, so Flughafen-Sprecher Ralf Kunkel gegenüber der BZ.
Mehr Informationen zum Fall unter:
Meldung vom 10.03.2009 | Berlin (dpa)
Finnin in Berlin "gestrandet" - monatelang durch Flughafen geirrt
Sie ist geistig verwirrt, mittellos, spricht kein Wort Deutsch und irrt durch Berlins Straßen: Eine psychisch kranke Frau aus Finnland hält sich nach Angaben der finnischen Nachrichtenagentur FNB seit Monaten völlig allein in Berlin auf und hauste zeitweise in den Hallen des Flughafens Tegel. Ihre psychische Situation sei so akut, dass am vergangenen Freitag Ärzte aus ihrem Heimatland mit einem Attest zur Zwangseinweisung in eine Psychiatrie in Finnland nach Deutschland kamen, berichtete am Dienstag der Pfarrer der finnischen Gemeinde in Berlin, Kai Henttonen, der Deutschen Presse-Agentur dpa. Doch die Berliner Behörden verweigerten den Angaben zufolge das Gesuch und schickten die Frau in ein Obdachlosenheim. Finnlands Behörden und Medien werfen laut einem Bericht der FNB nun Berlins Behörden Unmenschlichkeit gegenüber der geistig verwirrten Frau vor.

"Ich mache mir große Sorgen um die Frau", sagt Kai Henttonen. Er hat seit Monaten Kontakt zu der etwa 40 Jahre alten Finnin. "Sie ist im Wahn und kann ihren eigenen Zustand nicht mehr einschätzen." Ihr Irrweg durch Berlin begann im Dezember 2008. Die Frau, die sich in Finnland in ambulanter psychischer Behandlung befand, verschwand spurlos aus ihrem Heimatland. Sie flog nach Berlin und lebte von Anfang Dezember 2008 bis Mitte Februar dieses Jahres auf dem Flughafen Tegel. Ihr Koffer mit allen Habseligkeiten wurde vermutlich gestohlen. Die Geschichte erinnert an den Kinofilm "Terminal" mit Tom Hanks, in dem er einen Mann spielt, der heimatlos jahrelang im Pariser Flughafen lebte.
Im Februar informierte eine Flughafen-Angestellte den Pfarrer der Finnischen Gemeinde in Berlin über den bizarren Fall. "Ich und meine Frau haben drei, viermal versucht, mit der Frau zu sprechen und sie zur Heimreise zu überreden», berichtete Henttonen. Die Mühe war vergeblich. Letztlich wurde die Finnin nach einem Beschluss des Amtsgerichts Wedding Mitte Februar in eine Berliner Psychiatrie eingewiesen und wird seither auch anwaltlich vertreten. Gleichzeitig kontaktierten die Ärzte und Familie der Frau aus Finnland den Pfarrer. Gemeinsam wollten sie ihre Heimreise vorbereiten. Vergangenen Freitag reisten hierfür ein Arzt und zwei Pfleger extra aus Finnland an. Jedoch verweigerten die deutschen Behörden die Rückführung der Frau, obwohl ein amtlich beglaubigtes Attest auf Zwangseinweisung in eine finnische Klinik vorlag. Der Grund: Die Frau will in Berlin bleiben. "Das ist total absurd" sagt Kai Henttonen. "Einerseits bestätigen die deutschen Ärzte mir, dass sie im Wahn sei, andererseits soll die Frau selbst entscheiden dürfen, wo sie lebt."
Grundlage der Entscheidung war ein Gutachten eines deutschen psychiatrischen Sachverständigen vom 5. März 2009, welches in Auszügen der dpa vorliegt. Hiernach sei die Frau weder eine Gefahr für sich selbst noch für andere. Die Frau wurde daraufhin am vergangenen Freitag aus der Klinik entlassen. Seither versuchen die Ärzte und ihre Familie in Finnland und die Finnische Gemeinde in Berlin neue Wege zu finden, die ihrer Meinung nach hilflose Frau doch noch nach Finnland bringen zu können. "Es ist akut. Sie ist eine gut gekleidete, sehr schöne Frau und irrt durch Berlin. Sie kennt die Gesetze der Straße nicht - das kann sie in Schwierigkeiten bringen", sagte Henttonen. Auch Finnlands Justizministerin Tuija Brax wurde inzwischen von Henttonen unterrichtet. Der Sprecher der finnischen Botschaft in Berlin, Leo Riski, sagte: "Die Botschaft kann wenig tun, weil die Frau nicht entmündigt wurde."






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