BERLIN

14.10.2010 | Potsdam
250-Kilo-Bombe in Potsdam gesprengt - Fontäne war mehrere Dutzend Meter hoch
Eine 250 Kilogramm schwere Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist am Donnerstag in Potsdam gesprengt worden. Es war nach Angaben der Stadtverwaltung das erste Mal, dass ein Blindgänger in dem Fluss Nuthe unschädlich gemacht wurde. Das Ereignis war weithin zu sehen und zu hören: Es gab einen Knall und eine riesige Fontäne, die Dreck in die Luft schleuderte. Um den Detonationsdruck zu mildern, waren rund neun Tonnen festgepresstes Stroh auf die Bombe ins Wasser gelegt worden, wie Stadtsprecherin Rita Haack sagte.

«Im Prinzip ist alles prima gelaufen», meinte sie. Allerdings habe es eine Person gegeben, die ihre im Sperrkreis rund um den Fundort des Blindgängers an der Babelsberger Straße gelegene Wohnung zunächst nicht verlassen wollte. Weil deshalb der Schlüsseldienst gerufen werden musste, sei es zu Verzögerungen gekommen. Bis 8.00 Uhr hatten mussten rund 7000 Menschen ihre Wohnungen und Arbeitsstätten verlassen. Gegen 12.00 Uhr kam dann die Entwarnung: Die Sprengung war erfolgreich.
Die Verkehrssperrungen wurden dann gegen 12.30 Uhr wieder aufgehoben. Kurze Zeit später nahm auch die S-Bahnlinie 7 ihren Betrieb wieder auf. Am frühen Nachmittag sollten die Züge des RE 1 wieder fahren. Dort hatte am Morgen ein weiterer Vorfall zusätzlich für Behinderungen im Bereich Werder/Havel ausgelöst. Ein Zug war in eine Rotte Wildschweine gerast und konnte nicht mehr weiterfahren, wie eine Bahnsprecherin sagte. Ein Ersatzzug wurde eingesetzt. Mit Blick auf die Bombensprengung sagte sie: «Die Fahrgäste haben sich auf die Behinderungen eingestellt.»

Die Bombe war am Dienstag in 1,30 Meter Tiefe bei einer planmäßigen Suche entdeckt worden. Im Sperrkreis lagen auch der Hauptbahnhof, die Staatskanzlei, weitere Gebäude der Landesregierung sowie mehrere Kitas und Schulen. Aber auch die Bewohner eines Altenheims und einer Einrichtung für betreutes Wohnen mussten die Gebäude verlassen. Sie wurden von Helfern der Feuerwehr und des Technischen Hilfswerkes abgeholt. 280 Transporte seien im Vorfeld angemeldet worden, sagte die Sprecherin. Im Einsatz waren laut Stadt insgesamt 600 Mitarbeiter von Stadtverwaltung, Feuerwehr, Polizei, Wasserwacht und Technischem Hilfswerk.
In Brandenburg steht schon an diesem Freitag eine weitere Bombensprengung an: Am ehemaligen Flugplatz in der von Blindgängern stark gebeutelten Stadt Oranienburg werden zwei jeweils 250 Kilogramm schwere Bomben gesprengt.
Quelle: dpa

14.10.2010 | Potsdam
Erstmals Bombensprengung in Potsdamer Gewässer
Bombenfunde gab es schon mehrfach in Brandenburg Landeshauptstadt. Heute wird in Potsdam jedoch erstmals ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg im Wasser entschärft. «Das ist ein Novum», sagte eine Stadtsprecherin am Mittwoch. Um die Druckwelle abzuschwächen, die durch die Sprengung in 1,30 Meter Tiefe in der Nuthe erfolgt, soll die Stelle besonders abgedichtet werden. Der Schiffsverkehr auf der Havel wird teilweise eingestellt. Durch die Sprengung wird es zu erheblichen Behinderungen in der Stadt kommen: Etwa 7000 Menschen mussten bis 8.00 Uhr ihre Wohnungen und Arbeitsstätten verlassen haben. Im Sperrkreis liegt auch der Hauptbahnhof, was zu deutlichen Behinderungen führen wird.
Die 250 Kilogramm schwrere Bombe amerikanischer Herkunft war bei einer planmäßigen Suche am Dienstag in der Nuthe entdeckt worden. Im Sperrkreis befindet sich neben Kitas und Schulen auch ein Altenheim und eine Einrichtung für betreutes Wohnen. Für die Bewohner seien Transporte angemeldet worden, sagte die Stadtsprecherin. Die Menschen würden mit Bussen oder Krankentransporten abgeholt. Eine Turnhalle in der Heinrich-Mann-Allee steht als Unterkunft bereit.

Auch Brandenburgs Landesregierung ist von der Sprengung betroffen - Staatskanzlei sowie mehrere Ministeriums-Gebäude liegen im Sperrkreis. Die Behörden sind den ganzen Tag nicht besetzt, hieß es in einer Mitteilung der Staatskanzlei. Es gebe nur eine Notbesetzung.
Straßenbahnen und Busse fahren bis zum Beginn der Sprengung durch das Sperrgebiet - allerdings ohne anzuhalten. Der S-Bahn-Verkehr beginnt und endet nach 8.00 Uhr am S-Bahnhof Babelsberg, es werden Busse eingesetzt. Die Stadtverwaltung hofft, dass die Sprengung am Mittag über die Bühne gehen kann.
Quelle: dpa
www.potsdam.de: Bombenfund in der Nuthe... »
Sperrung des Hauptbahnhofs Potsdam wegen Bombensprengung am 14. Oktober
Nahverkehrslinien RE 1, RB 20, RB 21 und RB 22 sowie S-Bahn-Linie S 7 von Sperrung betroffen
Informationen zu den Fahrmöglichkeiten auf den betroffenen Nahverkehrslinien sind im Internet unter www.bahn.de/aktuell und beim Kundendialog von DB Regio Nordost unter Telefon 0331 235-6881 und 6882 (am Donnerstag, 14. Oktober, während der Sperrung unter 0385 750 2405) erhältlich. Für die S-Bahn gibt es Informationen unter www.s-bahn-berlin.de und beim S-Bahn Kundentelefon unter 030 297 43333.




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