BERLIN

01.11.2010 | Berlin
Prozess gegen Gastwirt: Toter seit 1996 verschwunden
Wochenlang hatten Polizisten ein Grundstück in Schildow im Berliner Umland nach der Leiche eines Türstehers umgegraben. Die Überreste des offenbar in der Silvesternacht 1996 erschossenen Mannes wurden trotz des Einsatzes von Spürhunden und Spezialteams nicht gefunden. Seit Montag sitzt ein Tatverdächtiger wegen Totschlags auf der Anklagebank im Berliner Landgericht. Der 47-jährige Gastwirt hat die Aussage zu Prozessbeginn verweigert.
Der Angeklagte soll den Türsteher in einer ehemaligen Diskothek in der Nürnberger Straße in Berlin-Schöneberg mit Schüssen in Auge und Herz hingerichtet haben. Zuvor soll er gehört haben, dass der 26-jährige Mann als Auftragsmörder für ihn angeworben worden sei. Anschließend soll der Gastwirt einen Bekannten beauftragt haben, die Leiche zu entsorgen. Nach Angaben eines Justizsprechers führte diese Person die Fahnder auf die Spur des Angeklagten.

Im Februar 2009 kam auch der Hinweis auf den Mann, der die Leiche vergraben haben will. Im Prozess hat der 54-jährige Tischler geschwiegen, weil er sich mit einer Aussage strafbar machen könnte. Nach Angaben seines früheren Vernehmers sagte er damals aus, er habe die in einen Teppich eingehüllte Leiche nach Schildow transportiert und auf einer Baustelle vergraben, auf der er 1996/97 beschäftigt gewesen sei.
Der Vernehmungsbeamte der Kriminalpolizei hatte nach seinen Worten nie den Eindruck, dass der Tischler gelogen habe. Er allein kenne den Ort, wo er die Leiche verscharrt habe, sagte der 54-Jährige damals aus. Spezialisten hatten festgestellt, dass an der bezeichneten Stelle die Maserung der Erdschicht durchbrochen war. Für den Kriminalbeamten bleibe Fakt, dass die Leiche an der damaligen Baustelle vergraben war. Der Fall bleibt rätselhaft.




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