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BERLIN

 

02.11.2010 | Bremen

Bremen vor dem Aus: 0:2 gegen Twente Enschede

 

Werder Bremen kann seine Champions League-Saison abhaken: Trotz einer starken Leistung verlor der Tabellenelfte der Fußball-Bundesliga gegen den niederländischen Meister Twente Enschede mit 0:2 (0:0) und blieb auch im vierten Gruppenspiel ohne Sieg.

 

Zudem sah Kapitän Torsten Frings noch die Rote Karte (76.). Vor 30 200 Zuschauern trafen Nacer Chadli (81.) und Luuk de Jong (84.) für den Spitzenreiter der Ehrendivision. Die Katastrophenwoche für die Bremer Rumpftruppe ohne die verletzten Tim Wiese, Naldo, Clemens Fritz, Petri Pasanen und Sebastian Boenisch fand damit ein unrühmliches Ende. Nach dem Pokal- Aus in München und der Heimpleite gegen Nürnberg liegt Werder völlig am Boden. Selbst die Qualifikation für die Europa League ist durch die Pleite in weite Ferne gerückt.

Frings lobte indes das Engagement: «Das war, so blöd es sich anhört, ein großer Schritt nach vorn.» Seinen Platzverweis hatte der überraschend als Innenverteidiger aufgebotene Routinier bewusst in Kauf genommen: «Ich dachte, wenn ich eine Rote Karte mache, schaffen wir vielleicht mit zehn Mann noch das 1:0. Es war besser, als ihn allein auf das Tor rennen zu lassen», erklärte er sein Halten.

 

Völlig ratlos und konsterniert trotteten die Bremer Profis nach dem erneuten Rückschlag durchs Stadion. Die Abschlussschwäche und Unkonzentriertheiten in der Defensive brachten Werder in der sehr unterhaltsamen Partie um den verdienten Lohn. Trainer Thomas Schaaf war in der Kabine als Psychologe gefragt. Aufopferungsvoll gekämpft, aber am Ende stand sein Team wieder mit leeren Händen da. «Das hat heute weh getan», gestand Schaaf.

 

«In der Summe machen wir zu viele Fehler in unserem Spiel, und das wird bestraft. Das sind so Spiele, da muss man die Tore machen. Twente war ein cleverer Gegner», kommentierte Werders Geschäftsführer Klaus Allofs, «jetzt ist eine Riesenenttäuschung da. Die Mannschaft muss aufgebaut werden.»

Als Schlusslicht der Staffel A muss Werder in den letzten beiden Gruppenspielen bei Tottenham Hotspur und zu Hause gegen Titelverteidiger Inter Mailand auf ein Wunder hoffen, um wenigstens in der Europa League überwintern zu können. «Natürlich ist das keine Situation, die uns gefällt», so Allofs, «aber wir glauben an diese Mannschaft.»

 

«Leider haben wir die Chancen nicht genutzt und nach Torstens Platzverweis war es schwierig», meinte Werder-Stürmer Claudio Pizarro, «wir haben alles gegeben, aber das Spiel verloren, und das ist entscheidend.»

 

Die engagierten Bremer präsentierten sich diesmal von ihrer besseren Seite. Nach dem 1:1 im Hinspiel vor 13 Tagen gingen die Norddeutschen mit aggressivem Pressing und hoher Intensität auf Torsuche. Bis zum gegnerischen Strafraum lief der Ball ganz ansprechend - der finale Pass kam aber oft nicht an.

Werder betrieb einen Riesenaufwand, Twente setzte bei seinen Kontern durch de Jong (14.) und zweimal Marc Janko (17./23.) wie erwartet empfindliche Nadelstiche gegen Bremens Verlegenheitsabwehr. Vor allem Frings wirkte ein ums andere Mal unsicher.

 

Trotzdem hätten die Gastgeber zur Pause führen können. Nach 38 Minuten segelte Hugo Almeida drei Meter vor dem Tor unter einer Marin-Flanke durch, Sekunden später setzte Claudio Pizarro den Ball nur an den Innenpfosten. Völlig unbeeindruckt schlugen die Niederländer zurück. Bryan Ruiz vergab zweimal aus aussichtsreicher Position (39./44.). 

 

Der Einsatz stimmte auch nach dem Wechsel, aber die aufopferungsvoll kämpfenden Bremer ließen in der spektakulären Partie selbst beste Chancen liegen. Almeida scheiterte zweimal mit Hochkarätern am überragenden Keeper Nikolai Mihajlov (52./55.). Auf der anderen Seite traf der überzeugende Chadli zunächst nur den Pfosten (57.). Nach dem Platzverweis für Frings hatte Enschede in der Schlussviertelstunde einen Mann mehr auf dem Platz - der überragende Chadli und de Jong besiegelten schließlich das Schicksal der Bremer.

Quelle: dpa

Werder Bremen: www.werder.de

Champions League: de.uefa.com/uefachampionsleague/index.html

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