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BERLIN

 

23.11.2010 | Berlin

Berliner Schloss soll bis 2019 wieder stehen

Die Rekonstruktion des Berliner Schlosses soll nach dem von der Bundesregierung verordneten Aufschub bis zum Jahr 2019 abgeschlossen sein. Ursprünglich war das Jahr 2017 vorgesehen. Baustaatssekretär Rainer Bomba stellte am Dienstag den neuen Zeitplan vor. Danach sollen zwar schon 2012 umfangreiche Vorarbeiten beginnen, für 2013 ist der erste Spatenstich geplant. Der Bau wird dann aber, wie in den Sparplänen der Bundesregierung vorgesehen, erst 2014 beginnen.

Das Schloss soll unter dem Namen Humboldtforum ein Museums- und Kulturzentrum werden. Der Wiederaufbau kostet gut 550 Millionen Euro. Der Förderverein übergab am Dienstag einen weiteren Scheck über eine Million Euro an die als Bauherr eingesetzte Stiftung. Insgesamt soll der Förderverein 80 Millionen Euro der Baukosten beisteuern, um die umstrittene Rekonstruktion der historischen Fassade zu ermöglichen. Bis jetzt seien 14,5 Millionen Euro Spendengelder eingegangen, teilte Vereinsvorstand Wilhelm von Boddien mit.

Ursprünglich sollte der Wiederaufbau der Hohenzollern-Residenz im Herzen Berlins 2011 beginnen. Als Teil des Sparpakets verschob die Bundesregierung das Vorhaben im Juni jedoch um drei Jahre auf 2014.

Die einstige Preußen-Residenz war zu DDR-Zeiten unter SED-Chef Walter Ulbricht gesprengt und durch den Palast der Republik ersetzt worden. Nach dem Abriss des asbestverseuchten Gebäudes entschied der Bundestag 2002, auf dem Gelände ein Ausstellungs- und Veranstaltungszentrum («Humboldtforum») zu errichten, das die Form und Fassaden des einstigen Schlosses erhält.


Quelle: dpa

Stiftung Berliner Schloss: www.sbs-humboldtforum.de

07.06.2010 | Berlin

Kampf ums Berliner Schloss - Eine Chronologie

Über die Zukunft des Berliner Schlossplatzes mit seiner mehr als 500 Jahre langen Geschichte wird seit 1990 gestritten. Eine Chronologie:

1443: Grundsteinlegung für ein Schloss an der Spree.

1698: Beginn des Schlossbaus von Andreas Schlüter.

1845: Mit der Fertigstellung des Portals Eosander von Göthes bekommt das Schloss seine endgültige Form.

Februar 1945: Brand des Schlosses kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs.

22. Juli 1950: SED-Chef Walter Ulbricht verkündet den Abriss. Zwei Monate später wird die Schlossruine gesprengt.

1973-1976: Der Palast der Republik wird gebaut.

19. September 1990:
Wegen Asbestverseuchung wird der Palast der Republik von der ersten frei gewählten Volkskammer geschlossen. Der Streit um die künftige Nutzung beginnt.

23. März 1993:
Der Bund und das Land Berlin beschließen die Auslobung eines Internationalen Städtebaulichen Ideenwettbewerbes.

1993:
Der Förderverein Berliner Stadtschloss setzt mit der Nachbildung der Schlossfassade an einem Gerüst die Debatte um einen Wiederaufbau der Preußen-Residenz in Gang.

Mai 1996: Der Gemeinsame Ausschuss von Bund und Land beschließt ein Konzept, das ein Konferenzzentrum mit Hotel, Bibliothek und eine Ausstellungsfläche sowie Läden und Geschäfte vorsieht.

Oktober 1997: Die Asbestbeseitigung am Palast der Republik beginnt.

20. Dezember 2001:
Eine Expertenkommission mit 17 Fachleuten und 6 Politikern schlägt einen Nachbau des Stadtschlosses mit barocken Fassaden vor. Der Palast der Republik soll abgerissen werden. Im Schlossbau soll das «Humboldt-Forum» mit Museum, Bibliothek und Veranstaltungsbereich entstehen.

4. Juli 2002: Der Bundestag entscheidet mit überraschend klarer Mehrheit die Wiedererrichtung der historischen Schlossfassaden.

13. November 2003: Der Bundestag bestätigt mit den Stimmen aller Fraktionen - nur gegen die PDS-Abgeordneten - seinen Willen zum Wiederaufbau und fordert die Bundesregierung auf, mit den Planungsarbeiten zu beginnen.

8. November 2007: Das Stadtschloss darf nicht mehr als 552 Millionen Euro kosten. Mit dieser Auflage gibt der Haushaltsausschuss des Bundestages Grünes Licht für den Bau. Er ist zunächst von 2010 bis 2013 geplant.

14. Dezember 2007: Der Bauwettbewerb zum Humboldt-Forum beginnt.

28. November 2008:
Den Zuschlag einer Jury aus Architekten und Politikern erhält der italienische Architekt Francesco Stella (Vicenza). Die Ruine des früheren Palastes der Republik, die anstelle des Stadtschlosses in der DDR gebaut worden war, ist weitgehend abgerissen.

November 2009:
Die von der Bundesregierung gegründete Stiftung Berliner Schloss - Humboldt-Forum nimmt ihre Arbeit auf. Sie ist Bauherrin des Projekts. Der damalige Bundespräsident Horst Köhler übernimmt die Schirmherrschaft.

2. Dezember 2009:
Oberlandesgericht Düsseldorf bestätigt die Rechtmäßigkeit des Auftrags an Architekt Stella, nachdem es Streit um die Auftragsvergabe gegeben hatte.

30. Dezember 2009: Stella erhält einen neuen, nun unumstrittenen Architektenvertrag. Bis Herbst 2010 soll die Entwurfsplanung überarbeitet und fertiggestellt sein.

Januar 2010: Der Bau des Informationszentrums zum Schlossprojekt («Humboldt-Box») beginnt, Ende des Jahres soll sie eröffnet werden.

7. Juni 2010: Das Bundeskabinett beschließt unter Leitung von Kanzlerin Angela Merkel, den Baubeginn für das Schloss von 2011 auf 2014 zu verschieben.

 

Stiftung Berliner Schloss: www.sbs-humboldtforum.de
Förderverein: www.berliner-schloss.de
Humboldt-Uni zum Schloss: www.humboldt-forum.de

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