BERLIN

03.12.2010 | Berlin
Mehr Berliner und Brandenburger pendeln
Arbeitnehmer in Berlin und Brandenburg sind noch mobiler geworden. In beiden Bundesländern sei die Zahl der Berufspendler seit 2005 gestiegen, erklärte die Präsidentin des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg, Ulrike Rockmann, am Freitag in Berlin. Dort stellte sie das neu erschienene Statistische Jahrbuch 2010 vor. Insgesamt stieg seit 2005 auch die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in beiden Ländern.
2009 pendelten 68 240 Berliner nach Brandenburg, 14,3 Prozent mehr als 2005. Im Gegenzug kamen 176 800 Brandenburger in die Hauptstadt. Das waren 15,3 Prozent mehr als 2005. Rockmann sprach von einer «sehr starken Verflechtung» beider Länder. Da müsse man sich nicht wundern, dass die Straßen und S-Bahnen so voll seien, sagte sie.
Berlin ist nicht nur für Brandenburger ein wichtiger Arbeitsort. Von 240 000 Einpendlern kam 2009 etwa jeder vierte (26 Prozent) aus anderen Bundesländern. Brandenburg wurde nur von jedem zweiten der rund 137 000 Berliner Auspendler angesteuert. 51 Prozent der pendelnden Berliner fuhren in andere Bundesländer.

Pendler in Berlin und Brandenburg nehmen oft lange Wege und viel Zeit in Kauf: Etwa die Hälfte benötigt 30 bis 60 Minuten zur Arbeit und fährt 25 bis 50 Kilometer. Auch innerhalb Berlins kann der Weg zur Arbeit dauern: Dort wohnt nur etwa die Hälfte der Arbeitnehmer weniger als zehn Kilometer vom Arbeitsort entfernt. Rund 60 Prozent sind in weniger als einer halben Stunde bei der Arbeit. Der Rest muss länger fahren.
In Brandenburg schaffen es rund 81 Prozent der Beschäftigten in weniger als einer halben Stunde zur Arbeit, obwohl auch dort nur etwas mehr als die Hälfte (56,5 Prozent) weniger als zehn Kilometer vom Arbeitsplatz entfernt lebt.
Rund 1,1 Millionen Beschäftigte wurden 2009 in Berlin gezählt - 9,1 Prozent mehr als 2005. Damals war laut Rockmann die Talsohle des Beschäftigungsabbaus erreicht. In Brandenburg gab es rund 738 000 dieser Arbeitsplätze, das bedeutet einen Zuwachs von 5,6 Prozent.
Quelle: dpa
Mehr INfos unter: www.statistik-berlin-brandenburg.de
03.12.2010 | Berlin
Hintergrund: Berlin in Zahlen
1855 Sonnenstunden und 227 Hochzeiten am Schnapszahldatum - das Amt für Statistik in Berlin-Brandenburg hat für das Statistische Jahrbuch 2010 eine Menge Daten aus dem Vorjahr zusammengetragen. Einige Schlaglichter:
Lebendgeborene: 2009 kamen in Berlin 32 104 Babys zur Welt. Das waren deutlich mehr als kurz nach der Wende. 1993 wurden nur 28 724 Babys geboren.
Schwangerschaftsabbrüche: Die Zahl der Abtreibungen geht zurück: 2009 entschieden sich rund 9400 Berlinerinnen für diesen Schritt. Ein Jahr zuvor waren es noch rund 10 600.
Bevölkerung: Die Hauptstadt gewinnt seit Jahren an Einwohnern. 2009 wurden rund 3,44 Millionen Berliner gezählt. 2005 waren es noch rund 40 000 weniger.
Eheschließungen: 227 Paare nutzten das leicht zu merkende Datum 9.9.2009 für eine Hochzeit. Am 8.8.2008 gab sich hingegen nur 26 Paare das Jawort.
Sonnenscheindauer und Eistage: Die Berliner mussten 27 Tage bei Temperaturen von unter 0 Grad Celsius aushalten. Dafür gab es 45 Sommertage und 1855 Sonnenstunden.
Unfälle: Die meisten Verkehrsunfälle gab es in den Bezirken Mitte (17 811) und Charlottenburg-Wilmersdorf (17 235). Insgesamt gab es rund 125 000 Unfälle im Straßenverkehr, rund 1000 mehr als im Vorjahr. Der unfallreichste Monat war der September (rund 11 800 Unfälle).
Neuzulassungen: Die Abwrackprämie zeigte Wirkung: Im Vergleich zu 2008 wurden 12 300 neue Wagen mehr zugelassen. Das entsprach einem Zuwachs von 12,9 Prozent.
Kraftfahrzeugbestand: Berliner haben deutlich weniger Kraftfahrzeuge als Bewohner anderer Großstädte. Pro 1000 Einwohner waren in der Hauptstadt 374 Fahrzeuge gemeldet, in Hamburg hingegen 462, München 503 und Frankfurt am Main 509. Insgesamt waren 2009 in Berlin rund 1,3 Millionen Fahrzeuge zugelassen.
Gewerbe: In Berlin wurden fast 45 000 Gewerbe angemeldet, ein Zehntel mehr als im Vorjahr. Es wurden aber auch 33 800 Gewerbe abgemeldet, rund sechs Prozent mehr als im Vorjahr.
Außenhandel: Der Wert exportierter Waren lag 2009 bei rund 10,5 Milliarden Euro und damit fast 10 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Wichtigste Exportwaren waren pharmazeutische Produkte und Elektrogeräte. Importiert wurden Waren im Wert von 8,5 Milliarden Euro. 14 Prozent kamen aus den USA, zehn Prozent aus Polen. Die wichtigsten Güter kamen aus der Pharmazie und Luftfahrtindustrie.




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