BERLIN

06.12.2010 | Berlin
2600 Gewalttaten in Bussen und Bahnen in diesem Jahr
Gewaltausbrüche in U-Bahnen oder Bussen und Angriffe auf Fahrer und Kontrolleure sind weiterhin ein großes Problem im Berliner Nahverkehr. Polizeipräsident Dieter Glietsch sprach am Montag von insgesamt rund 2600 Gewalttaten im Lauf des Jahres bis Ende November. In 2132 Fällen seien Fahrgäste Opfer von Angriffen geworden. 286 Mal hätten Täter Kontrolleure oder Wachmänner angegriffen. 190 Mal habe es Fahrer erwischt.
Insgesamt gehe die Gewalt zurück, auch durch verstärkte Einsätze der Polizei im öffentlichen Nahverkehr oder durch Schutzmaßnahmen wie die Scheiben für die Busfahrer. Zufriedensein könne man mit der Situation aber noch nicht, sagte Innensenator Ehrhart Körting (SPD).

Die Polizei registrierte 463 Fälle von Körperverletzung. Glietsch betonte, die Zahlen seien nicht vollständig, weil die Angegriffenen statistisch nicht immer klar nach ihrer Funktion oder Tätigkeit erfasst würden. Die Zahlen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) zu Angriffen auf ihr Personal lägen daher höher.
Glietsch sprach von 107 Fällen, in denen die Fahrer von Bussen oder Bahnen Opfer einer Körperverletzung wurden. 169 Mal waren es Kontrolleure oder Wachleute und 187 mal Fahrgäste. 61 Mal wurden Fahrgäste laut der Statistik beraubt. Außerdem gab es viele Fälle von Sachbeschädigung sowie Sexualstraftaten.

Bis Ende November dieses Jahres wurden insgesamt 17 328 Taten im öffentlichen Nahverkehr, also in Bussen, U-Bahnen, an Haltestellen und in Bahnhöfen registriert. Darunter fallen auch Diebstähle, Sachbeschädigungen, Rauschgifthandel und andere Delikte.
Am meisten Kriminalität gebe es in und in der Nähe der U-Bahnlinien 7, 8, und 9. Am häufigsten betroffen seien die Bahnhöfe: Alexanderplatz, Zoo, Gesundbrunnen, Hermannplatz, Hermannstraße, Leopoldplatz, Kottbusser Tor, Friedrichstraße, Potsdamer Platz und Rathaus Spandau.




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