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13.01.2011 | Berlin

Internetnutzer melden mehr als 1.000 Probleme bei Berliner S-Bahn

Eine von Studenten gebaute Internetseite mit Informationen zum Chaos bei der Berliner S-Bahn stößt bei Fahrgästen auf großes Interesse. Innerhalb einer Woche meldeten Besucher der Seite knapp 1.000 Zugausfälle und Verspätungen, wie der Potsdamer Wirtschaftsinformatik-Professor Norbert Gronau als Betreuer des Projekts am Donnerstag auf dapd-Anfrage sagte. Mehr als 10.000 Besucher hätten die Seite zugausfall.de in diesem Zeitraum aufgerufen, darunter viele von unterwegs mit internetfähigen Handys.

Eine Studentengruppe der Universität Potsdam hatte das Angebot wegen der anhaltenden Probleme bei der Berliner S-Bahn entwickelt. Die Seite informiere darüber in Echtzeit und ermögliche, eine wöchentliche Statistik über Verspätungen zu erstellen, sagte Gronau. Das Angebot sei notwendig, da die S-Bahn ihre Kunden kaum über die aktuelle Verkehrslage informiere. «Zwei Drittel der Verspätungen wurden weder angesagt noch begründet», sagte Gronau.

Seit mehr als zwei Jahren kann die Berliner S-Bahn kein reguläres Zugangebot mehr bieten. Wegen Wartungsmängeln kam es immer wieder zu Verspätungen und Zugausfällen. Zusätzlich machen Eis und Schnee dem Unternehmen zu schaffen. Zeitweilig war weniger als die Hälfte der Fahrzeugflotte im Einsatz.

 

www.zugausfall.de

S-Bahn Chaos: Potsdamer Studenten greifen zur Selbsthilfe

Die Fahrgastinformation der Berliner S-Bahn über Verspätungen und Zugausfälle sind praktisch nicht vorhanden. Darum haben Potsdamer Studenten nun selbst eine Webseite entwickelt, auf der Fahrgäste Verspätungen und Zugausfälle melden und sich über solche kurzfristig informieren können. Die Webseite www.zugausfall.de ist auch über Smartphones wie das Apple iPhone zu erreichen.

Fabian Ludwig (22, studiert Wirtschaftsinformatik an der Universität Potsdam): „Mich hat es geärgert, dass ich auf den Webseiten der Berliner S-Bahn keinerlei Angaben zu aktuellen Zugausfällen finden kann. Daher habe ich mit vier Kommilitonen zugausfall.de entwickelt.“

Ziel der studentischen Projektgruppe unter Leitung von Prof. Norbert Gronau ist es, möglichst gute Prognosen über Verspätungen und Ausfälle im gegenwärtigen S-Bahn-Chaos zu erstellen. Je mehr Fahrgäste dabei mithelfen, umso genauer sind die Informationen.

„Wir führen das Projekt ohne Mitwirkung der S-Bahn Berlin GmbH durch, da offensichtlich dort keinerlei Interesse an einer wahrheitsgemäßen Information der Fahrgäste besteht“, so Prof. Gronau, der selbst jeden Tag aus Berlin zur Universität Potsdam fährt.

Als nächsten Schritt plant die Projektgruppe, einmal wöchentlich eine auf den Meldungen der Fahrgäste basierende Ausfall- und Verspätungsstatistik zu veröffentlichen.

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